Papierblatt – Holocaust-Überlebende berichten

Daniel Chanoch

1933 wurde Daniel Chanoch in Litauen geboren, wuchs in der jüdischen Gemeinde von Kovno auf. Ab 1941 lebte er im Ghetto, dann wurde die Familie nach Deutschland deportiert. Vater, Mutter und Schwester wurden in den KZs ermordet, nur er und sein Bruder Uri überlebten. 1946 betraten sie in Haifa israelischen Boden.

Kurzbiografie

Es ist ein seltsamer, ja verstörender Wunsch, den Daniel Chanoch an seine Töchter Miri und Sagi heranträgt: Er möchte zusammen mit ihnen eine Nacht im Vernichtungslager Auschwitz, in seiner alten Baracke, auf seiner alten Pritsche verbringen. Es dauert lange, bis er sie überreden kann, an die Stätten seiner zerstörten Kindheit zu reisen: Nach Mauthausen, nach Dachau … und nach Auschwitz-Birkenau. Mit 10 Jahren kam Daniel Canoch dorthin. 65 Jahre später kommt es in der Schlafbaracke Nummer 10 in Lager A zur Auseinandersetzung zwischen ihm und seinen erwachsenen Kindern. Auf diese Weise will sie dem Holocaust nicht in die Augen sehen, erklärt Tochter Miri. Schwarzer Humor und gleichzeitig großer Schmerz prägt die Konfrontation zwischen dem Holocaustüberlebenden und seinen Kindern, die im israelischen Film »Pizza in Auschwitz« dokumentarisch festgehalten ist.

1933 wurde Daniel Chanoch in Litauen geboren, wuchs in der jüdischen Gemeinde von Kovno auf. Ab 1941 lebte er im Ghetto, dann wurde die Familie nach Deutschland deportiert. Vater, Mutter und Schwester wurden in den KZs ermordet, nur er und sein Bruder Uri überlebten. 1946 betraten sie in Haifa israelischen Boden, heute lebt Daniel in Jerusalem, sein Bruder ist 2015 im Alter von 87 Jahren gestorben. Oft war er in Bayern gewesen und hatte als Zeitzeuge von seinen Erlebnisse erzählt.