Papierblatt – Holocaust-Überlebende berichten

Magda Goldner

Magda Goldner stammt aus Levice in Ungarn. Als ungarische Jüdin wurde sie mit ihrer Familie im Jahre 1944 nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte mehrere Vernichtungsversuche ebenso die harte Zwangsarbeit und am Ende den sog. »Todesmarsch«. Nach über einem Jahr des Grauens konnte Magda Goldner mit ihrer Mutter und ihrer Schwester wieder nach Levice zurückkehren. 1994 wanderte sie nach Israel aus.

Kurzbiografie

Magda Goldner stammt aus der ungarischen Kleinstadt Levice, dicht an der slowakisch-deutschen Grenze gelegen. Die Eltern hatten dort eine Schokoladenfabrik. Mitte Mai 1944 wurde die Familie mit den anderen Juden der Stadt enteignet und sie mussten ins Ghetto ziehen. Kurz darauf folgte die Deportation nach Auschwitz. Dort überlebte sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zweimal den versuchten Mord in der Gaskammer, da kurzfristig das Giftgas ausgegangen war.

Durch die Meldung zur Zwangsarbeit kam Magda Goldner nach Ravensbrück und von dort nach Berlin Schönholz (heute Reinickendorf) wo sie in der „Argus Motorenfabrik“ Flugzeugteile produzieren musste. Die Arbeit war hart, es gab keine Pausen und wenig zu essen, und geringste Vergehen wurden hart bestraft.

Die Luftangriffe auf Berlin wurden im Januar 1945 immer intensiver, daher wurde ihr Arbeitseinsatz in der Fabrik eingestellt. Stattdessen mussten die Frauen tiefe Gräben als Panzerfallen ausheben. Die Aufseher trieben sie auf brutalste Weise zur Arbeit an. Eines Tages wurde Magda Goldners Mutter durch die willkürlichen Schläge der Soldaten fast getötet. Es folgte eine weitere Abordnung zur Zwangsarbeit bei der Firma „Armag“, wo sie Teile kontrollieren mussten.

Einige Zeit später wurde das Lager geräumt und alle Gefangenen mussten losmarschieren, bewacht von Aufsehern. Es begann der sog. „Todesmarsch“. Unter brutaler Bewachung wurden die Gefangenen vorwärts getrieben, doch in einer Nacht verschwanden die Aufseher. Am nächsten Morgen, dem 2. Mai 1945 kamen Russische Soldaten und Panzer. Die deutsche Vormacht war besiegt und Magda Goldner war frei.

Sie machte sich mit ihrer Mutter und Schwester auf den Weg nach Hause. Über eine Kleinstadt, dann über Prizwalk und Prag kamen sie endlich am 13. Juni 1945 in Levice an. Dort trafen sie auf ihren Onkel und zwei ihrer Tanten. Ihr Vater und ihre Cousine waren jedoch in Auschwitz ermordet worden. Auch von ihren ehemaligen Schulfreundinnen war keine zurückgekommen.

Als Magda Goldner im September 1945 in die Schule kam, war sie unter 800 Schülern die einzige jüdische Schülerin. Im Jahre 1949 wanderte Magda Goldner nach Israel aus. Sie lebte zunächst im Kibbuz Mis-am, wo sie ihren Mann Simcha kennenlernte. 1953 zogen sie gemeinsam nach Kiriat Ata. Das Paar bekam zwei Kinder. Später kamen noch 4 Enkel zur Familie hinzu.