Papierblatt – Holocaust-Überlebende berichten

Holocaust-Überlebende berichten

Ein Video-Archiv gegen das Vergessen

Neuigkeiten

16.4.2018

Am 12. April war in Israel Yom HaShoah: Der Tag des Holocaust-Gedenkens. Innehalten beim Heulen der Sirenen, Erinnerung. Nie wieder! – Es stimmt mich sehr nachdenklich, dass am Abend dieses Tages in Deutschland ein »Echo« – der wichtigste deutsche Musikpreis – ausgerechnet an zwei Rapper vergeben wird, deren Texte geschmacklos, sexistisch und gewaltverherrlichend sind, aber auch judenfeindlich, wenn sie reimen: »Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen«. Laut Veranstalter fällt das unter Kunstfreiheit. Das kann man vielleicht so sehen, aber es sagt viel aus über eine Veranstaltung und deren Teilnehmer, wenn solche »Kunst« mit Preisen gewürdigt wird. Was ist es dann wert, wenn es bei nächster Gelegenheit wieder heißt: »#WeRemember«?

Antisemitismus ist in Deutschland erschreckend gesellschaftsfähig, »Jude« als Schimpfwort an Schulen, das Messen mit zweierlei Maß, wenn es um Israel geht. Eine Fluggesellschaft darf mitten in Deutschland Passagieren mit israelischem Pass das Mitfliegen verweigern.

Um aus der Vergangenheit zu lernen, wie das immer wieder gefordert wird, müssen wir sie kennen. Mich bestätigen die gegenwärtigen Vorgänge darin, unser Projekt »Papierblatt« voranzubringen. Menschen, die »Auschwitz« und den Holocaust selbst erlebt haben, erzählen im Video von ihren schrecklichen Schicksalen. Der Zuhörer weiß dann besser, was »Nie wieder!« bedeutet.

Timo Roller, Projektleitung (MORIJA gGmbH)

 

23.2.2018

Wir freuen uns, dass unser Papierblatt-Projekt dank der Unterstützung von Organisationen und Privatpersonen wächst und an Bekanntheit zunimmt. Und vor allem auch, dass wir weitere Lebenszeugnisse von Holocaust-Überlebenden aufnehmen konnten, die mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Vielen Dank!

In den letzten Monaten haben wir die Internet-Plattform wesentlich erweitert – ab heute sind diese Veränderungen für jeden erreichbar und nutzbar. Doch nach wie vor ist das Projekt im Werden und es gibt noch viele ausbaufähige Bereiche. Wir arbeiten daran!

2018 erinnern wir uns an den 80. Jahrestag der sogenannten »Reichskristallnacht«. Schuldekan Thorsten Trautwein, der zur Projektleitung von »Papierblatt« gehört, hat aus diesem Anlass ein Heft zusammengestellt, das zahlreiche Veranstaltungen enthält, die an diese dunkle Zeit unserer deutschen Geschichte erinnern wollen. Wir laden herzlich dazu ein, die Broschüre mit dem Titel »Kristallnachterinnerung« können Sie im PDF-Format herunterladen. Besonders ans Herz legen wollen wir Ihnen die festliche Projektpräsentation von »Papierblatt« am Donnerstag, 28. Juni ab 18 Uhr im »Casino« der Sparkasse Calw (Sparkassenplatz 1, 75365 Calw). Neben der Präsentation von »Papierblatt« hören wir einen Vortrag von Prof. Dr. Reinhold Boschki zum Thema »Aus der Vergangenheit lernen? – Die Bedeutung und Herausforderung von Auschwitz für die individuelle und schulische Bildung«.