Papierblatt – Holocaust-Überlebende berichten

Personenregister mit biografischen Informationen

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Adler
siehe unter Kapo Adler.
Bielecki, Jan Seite 312, 314, 334
ein Vorarbeiter, Christ/Goj, der aus Radom stammte.
Bonder, Nathan Seite 28
Inhaber des Feinkostgeschäfts der Firma Nawon.
Brasse, Wilhelm Seite 137
(geb. 03.12.1917 in Saybusch (Żywiec), Österreich-Ungarn; gest. 23.10.2012 ebenda). Wilhelm Brasse war ein polnischer Fotograf und Überlebender des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz (Lagerteil Auschwitz I, das Stammlager). Seit 31.08.1940 war er dort mit der Nr. 3444. Als Häftling wurde er wegen seiner Deutschkenntnisse und fotografischen Fähigkeiten vier Jahre lang von der SS gezwungen, als Lagerfotograf zu arbeiten. Beim sogenannten Erkennungsdienst war es seine Hauptaufgabe, ankommende Häftlinge für die Lagerkartei zu fotografieren. Auch die Opfer der menschenverachtenden Experimente, die von Ärzten wie Josef Mengele in Auschwitz durchgeführt wurden, musste er fotografieren. Obwohl Brasse und die anderen Mitarbeiter des Erkennungsdienstes streng überwacht wurden, gelang es ihnen, Dokumente zu fälschen, die anderen Gefangenen bei der Flucht halfen. Zudem konnten sie Informationen zum polnischen Untergrund in Krakau schmuggeln. Kurz bevor das KZ Auschwitz im Januar 1945 befreit wurde, bekam Brasse vom Leiter des Erkennungsdienstes Bernhard Walter den Auftrag, alle Fotografien zu vernichten, um die Beweise für den Massenmord zu beseitigen. Er zündete zwar die Negative und Abzüge an, löschte sie aber wieder, sobald sein Vorgesetzter den Raum verlassen hatte. Die Negative von 38 969 Häftlingsportraits waren in einem Schrank in Auschwitz verblieben und überdauerten so den Krieg. Brasse wurde am 21.01.1945 aus dem KZ Auschwitz mit dem letzten Gefangenentransport zunächst in das KZ Mauthausen (in Oberösterreich) und dann in dessen Außenlager (KZ Melk) deportiert. Dort wurde Brasse am 06.05.1945 von den US-amerikanischen Truppen befreit.
Nach dem Krieg wollte Brasse zunächst wieder als Fotograf arbeiten, aber seine Zeit im KZ Auschwitz hatte ihn so sehr traumatisiert, dass er dazu nicht mehr in der Lage war. Stattdessen war er dann Betreiber eines Ladens für Metzgereibedarf. Er heiratete und wurde Vater von zwei Töchtern. Bis zu seinem Tod lebte er in Żywiec, ca. 50 Kilometer von Auschwitz entfernt. In seinen letzten Lebensjahren betätigte er sich als Zeitzeuge. Dabei waren die von ihm im KZ Auschwitz gemachten Bilder wichtige Zeugnisse all dieser dort begangenen Verbrechen.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 63; https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Brasse (hier finden sich auch weiterführende Literatur- und Filmempfehlungen); vgl. v.a. auch https://www.youtube.com/watch?v=g4bSuxjEYvM&feature=fvwrel
Charap Seite 343, 393, 399
ein polnischer Häftling aus Kolo, der auch im EVO-Kommando von „Kapo Hans“ arbeitete und mit Mordechai Papirblat befreundet war. Er war Schlosser und hatte einen festen Arbeitsplatz in der Küche der „tschechischen Zivilisten“. Er hatte die Idee, im KZ Auschwitz einen „Gesangverein“ zu gründen.
Czuma, Walerian Seite 33
(geb. 24.12.1890 in Niepołomice, Polen; gest. 07.04.1962 in Penley, Vereinigtes Königreich). Onkel des ehemaligen polnischen Politikers Andrzej Czuma. Er war ein polnischer General und Befehlshaber der Verteidigung Warschaus während der Belagerung im Jahr 1939. Nach dem Ausbruch des polnischen Verteidigungskrieges von 1939 lehnte er es ab, Warschau zusammen mit der Regierung und den Zivilbehörden zu verlassen. Am 3. September befahl der polnische Marschall Edward Śmigły-Rydz die Schaffung eines improvisierten Kommandos zur Verteidigung Warschaus. Czuma wurde sein Kommandant für alle Einheiten, die in der Belagerung von Warschau kämpften. Am 28.09.1939 kam er in Kriegsgefangenschaft und blieb für den Rest des Zweiten Weltkrieges in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern. Nachdem er von den amerikanischen Streitkräften aus dem Kriegsgefangenenlager Oflag VII-A in Murnau am Staffelsee befreit worden war, trat er der polnischen Armee im Westen bei. Die neuen kommunistischen Behörden beraubten ihn jedoch der polnischen Staatsbürgerschaft. Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Walerian_Czuma
Der „Boxer“ Seite 319, 330f., 371, 386
ein blonder SS-Unterscharführer, auch der „Blonde“ genannt, welcher die Aufgabe eines Postenführers hatte; evtl. SS-Rottenführer Paul Krauß: (geb. 04.08.1905 in Chemnitz; vermisst) Vor 1945 war er Angehöriger der Lagermannschaft im KZ Auschwitz und im Außenlager Neu-Dachs. Krauß wurde 1941 vom SS-Totenkopf-Sturmbann zum Kommandanturstab, Abteilung III – Schutzhaftlager –, kommandiert (vgl. Kommandanturbefehl (KB) Nr. 33/41). Er war ab 01.05.1944 Unterscharführer und ihm fehlten an der linken Hand mehrere Finger. Er hatte durch einen Unfall mit einer Exzenterpresse den 2., 3. und 4. Finger der linken Hand sowie das Endglied des 5. Fingers an dieser Hand verloren. Er war dafür bekannt, dass er Häftlinge mit einem Hund/Hunden hetzte (vgl. Protokolle Neu-Dachs). Er sei mit dem Lagerältesten Kurt gut befreundet gewesen. Im April 1943 bekam er das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern verliehen.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 235; Protokolle Neu-Dachs, 24, 28, 39, 76-78, 109, 115-117, 122, 170, 172, 177, 179-181, 193f., 284f., 381-383, 392, 395f., 399, 440, 470-471, 474, 487; http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-k/krau-paul.html

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Der SS-Mann Paul Kraus im Range eines SS-Rottenführers und ab 1.5.1944 im Range eines Unterscharführers. Ihm fehlten an der linken Hand mehrere Finger. Wegen dieser Verletzung erhielt er von den Häftlingen verschiedene Spitznamen, je nachdem welche Muttersprache die Häftlinge sprachen. So hieß er bei polnischen Häftlingen Lapka oder Rountschka, was soviel wie ,Pfote´ bedeutet. Bei tschechischen Häftlingen hatte er den Spitznamen Pradznika, was ,Pratze´ bedeutet. Er hielt sich einen oder zwei Schäferhunde, die er auch mit in das Lager nahm und gelegentlich auf Häftlinge hetzte.“ (S. 24; vgl. auch: 39, 78; 109; 116, 179, 193f., 284, 381-383, 392, 474, 487); „Häftling Kurt Pennowitz (…) gelang es, am 23.12.1944 in der Nacht aus dem Lager zu flüchten. Seine Flucht wurde dadurch möglich, daß der SS-Unterscharführer Paul Kraus ihn verbotenerweise aus dem Lager mitnahm und ihn unbeaufsichtigt bei Frauen in der Stadt Jaworzno zurückließ, während er selbst ein Häftlingskommando in die Kohlengrube brachte. Bevor Kraus zurückkam, um ihn wieder mit in das Lager zu nehmen, war Kurt Pennowitz geflohen.“ (S. 28; vgl. auch: 43f., 77, 115-117, 177, 180); „Die Flucht von Pennowitz hatte für Kraus(e) die Strafversetzung in ein anderes Lager zur Folge. Der Lagerkommandant Pfütze tobte, es ging schließlich um einen Häftling, der sämtliche Massenhinrichtungen mitgemacht hatte, beginnend mit....“ (S. 177; vgl. auch: 179f., 181f., 194, 471);
„erklärte der Angeklagte Pansegrau: Lagerführer in Jaworzno sei der SS-Mann Pfütze gewesen. Blockführer und Kommandoführer seien außer ihm selber am Anfang die SS-Leute Hablesreiter, Kraus, König und Bischof gewesen.“ (S. 76; vgl. auch: 116);
„Einer der viele Häftlinge geschlagen habe, sei der SS-Mann Kraus gewesen. Das habe er selbst öfters gesehen. Besonders geschlagen worden seien solche Häftlinge, die schon körperlich schwach gewesen und deshalb aufgefallen seien. Viele dieser Häftlinge seien an den durch die Schläge erlittenen Verletzungen gestorben.“ (S. 122); „Das beweist der Inhalt der Aussage des Zeugen, der sich zum Beispiel an den Lagerführer, an dessen ,Pipel‘, den Zeugen Wiktor Pasikowski mit der Häftlingsnummer 745, an den für die Küche verantwortlichen SS-Mann Fischer und an die Blockführer Kraus, Lausmann und Pansegrau erinnert hat.“ (S. 285).
Dosel, Czyszek Seite 390
siehe unter Ludwig Vesely.
Emmerich, Wilhelm Seite 289
(geb. 07.02.1916 in Tiefenbach bei Karlsruhe; gest. 22.05.1945 im Reservelazarett Schwarmstedt an Typhus) Er war ein SS-Oberscharführer und von Beruf aus Bäcker. Zunächst war er im KZ Sachsenhausen und ab 1940 im Stammlager des KZ Auschwitz. Dort war er im Zeitraum Juni 1942 bis Mai 1943 zweiter Arbeitsdienstführer und erschoss Häftlinge an der sogenannten Schwarzen Wand. Ende 1942 war Emmerich Führer des Außenlagers Chelmek (8 km von Auschwitz entfernt). Hier mussten Häftlinge Teicharbeiten in Morast und Schlick verrichten, wobei viele von ihnen starben. Sommer 1943 war er für kurze Zeit Rapportführer im KZ Auschwitz-Monowitz, danach im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Bei einem Aufstand am 23.10.1943 wurde er von der jüdischen Tänzerin Franciszka Mann durch eine dem SS-Mann Walter Quakernack entwendeten Pistole angeschossen. Deswegen hatte Emmerich ein halbsteifes Bein. 1945 wurde er, nachdem das KZ Auschwitz im Januar 1945 evakuiert worden war, im KZ Mittelbau gebraucht. Ab dem Frühjahr 1945 war er Rapportführer im KZ Bergen-Belsen. Nach seinem Tod wurde 1949 auf Betreiben seiner Frau, die ihre Ansprüche auf eine Hinterbliebenenrente sichern wollte, ein Spruchkammerverfahren gegen Emmerich durchgeführt. Dabei wurde er zunächst nicht als Hauptschuldiger oder Belasteter beurteilt. Dies änderte sich durch Zeugenaussagen von Auschwitzüberlebenden. Letztendlich wurde er als Hauptschuldiger eingestuft. 2017 wurde in der Tiefenbacher Pfarrkirche St. Johannes auf einer Gedenktafel für 39 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten sein Name entfernt.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 106f.; https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Emmerich
Esformis, Aharon Seite 232, 237f
Er stammte aus Thessaloniki, wo seine Eltern einen kleineren Laden hatten.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu: https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de&s_lastName=esformis&s_firstName=aharon&s_place=&s_dateOfBirth=&cluster=true
Filipowicz Seite 327-329, 331, 334
ein ziviler Angestellter, der sich um tschechische Zivilisten kümmerte, die für die EVO arbeiteten. Er war ein Chef mit großem Einflussbereich.
Fischer, Alfred Seite 320, 385f
(geb. 17.01.1901 in Wilhelminenort, Verbleib unbekannt) Er war ein SS-Unterscharführer und hatte die SS Mitgliedsnummer 248589. Er war Angehöriger der Standortverwaltung im Konzentrationslager Auschwitz und Angehöriger der Lagermannschaft mit Verantwortung für die Lagerküche, jedoch nicht „Lagerführer“. Lagerführer des Außenlagers Neu-Dachs war Bruno Pfütze. Hier liegt demnach wohl eine Verwechslung vor. Im Buch wird Fischer als Kommandant des Lagers/Lagerkommandant bezeichnet.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 117; Protokolle Neu-Dachs, 27, 78, 113, 194, 284f.; http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-f/fischer-alfred.html ;
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/personal-neu-dachs.html

Aussage aus den Protokollen Neu-Dachs:
„So war für die Häftlingsküche im Lager zeitweilig der SS-Mann Alfred Fischer verantwortlich, sein Vertreter war ein SS-Mann namens Hoffmann.“ (S. 27; vgl. auch: 78, 113, 284f.)
Flamenbojm, Chaim Seite 93, 119, 122, 127
Chaim Flamenbojm wurde in Polen geboren und war ein entfernter Verwandter von Mordechai Papirblat („Cousin von Mordechai Papirblat“). Er stammte aus einer Familie von Händlern und hatte vor der Errichtung des Ghettos in Garbatka in einem polnischen Wohngebiet gelebt - später dann im Zentrum des Ghettos. Für ihn durfte Mordechai arbeiten, u.a. die Toilettenseife „Palmolive“ herstellen. Er war Kaufmann/Händler und mit Balcza verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder. Er wurde im Juli 1942 im Ghetto Garbatka erschossen. Er wurde ca. 40 Jahre alt.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1109687&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Flamenbojm, Jehuda Seite 138f
stammt aus Garbatka
Fritzsch, Karl Seite 152
(geb. 10.07.1903 in Nassengrub; gest. 02.05.1945 (als Angehöriger einer SS-Einheit bei Berlin gefallen) Er wurde oft irrtümlich „Fritsch“ geschrieben. Karl Fritzsch, der Sohn eines Ofenbauers, wurde wegen seiner Kleinwüchsigkeit „Stäubchen“ genannt. Von Beruf her war er Dachdecker und wurde zudem Matrose der Deutschen Donauschifffahrtsgesellschaft. 1928 heiratete er Franzishe Stich und wurde Vater von drei Kindern. 1942 wurde diese Ehe jedoch geschieden. Fritzsch war ein deutscher SS-Hauptsturmführer in der Funktion eines Schutzhaftlagerführers, der 1941 im KZ Auschwitz I (Stammlager) Zyklon B probeweise zur Vergasung von Häftlingen einsetzte. Er ordnete vermutlich im August 1941 die Vergasung einer unbestimmten Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener mit Zyklon B an, das zur Entlausung von Bekleidung vorgesehen war. Laut Aussage des SS-Hauptsturmführers und KZ-Arztes Karl Kahr vor dem Nürnberger Militärgerichtshof sah sich Fritzsch aufgrund der Experimente mit Zyklon B als der eigentliche Erfinder sowohl der Massenvergasung durch Blausäure als auch der Gaskammern in Auschwitz. Rudolf Höß, der KZ-Kommandant von Auschwitz, bestätigte diese Aussage in seinen Aufzeichnungen, die er in der Haft verfasst hatte. Zum „Werdegang“ von Fritzsch: 1930 trat er in die NSDAP (Mitgliedsnummer 261135) ein, wie auch in die SS (Nr. 7287). 1932 folgte die Beförderung zum SS-Unterscharführer, 1933 zum SS-Scharführer, 1934 zum SS-Oberscharführer und zum SS-Untersturmführer, 1935 zum Obersturmführer und zuletzt 1941 zum SS-Hauptsturmführer der Waffen-SS. Er war im KZ Dachau, KZ Auschwitz, KZ Flossenbürg, Außenlager Harzungen des KZ Dora-Mittelbau und im Außenlager Ellrich-Juliushütte. Fritzsch liebte die psychologische Folter: Am 24.12.1940 hatte die SS in Auschwitz auf dem Appellplatz einen Weihnachtsbaum mit elektrischen Lichtern gestellt. Darunter legten sie die Leichen von Häftlingen, die beim Appell gestorben waren, während der Arbeit ermordet wurden oder erfroren waren. Fritzsch bezeichnete die Leichen unter dem Baum als „Geschenk" für die Lebenden, und verbot den Gesang der polnischen Weihnachtslieder. Ende Juli 1941 akzeptierte Fritzsch das Angebot des katholischen Priesters Maximilian Kolbe und ließ diesen anstelle des zunächst ausgewählten Familienvaters Franciszek Gajowniczek in den „Hungerbunker“ sperren. Dort wurde Kolbe später getötet.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 129f.; Klee, Personenlexikon, 169; https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Fritzsch; http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer-teil-2/1933-1945-biografien-seite-3-fre/fritzsch-karl.html

Aussage des ehemaligen Auschwitz Häftlings Kazimierz Kustosz:
„Wir wurden auf den Hof herausgeführt, wo die Strafen exekutiert wurden. Und dann erstreckte sich vor unseren Augen ein Bild, das uns vor Angst schaudern ließ. Mitten auf dem Hof stand der besondere Bock für die Prügelstrafe. Gleich darauf tauchten der Lagerkommandant Fritzsch und ein paar SS-Männer auf. Es war auch ein Dolmetscher da, der uns bekanntgab, daß wir gleich mit dem Ochsenziemer 25 Stockschläge auf den Hintern bekommen. Jeder von uns müsse auf deutsch selbst zählen. Wenn jemand zu schreien anfinge, dann würde er noch zusätzlich zehn Schläge bekommen. Ich fing an zu zählen: eins, zwei, drei, fünf. Der Schmerz war entsetzlich und verbreitete sich über den ganzen Körper. Nach dem siebten Schlag spürte ich, daß meine Hosen schon aufgeplatzt waren. Der Schmerz setzte mir immer mehr zu. Ich zählte nicht mehr, ich lallte und stöhnte nur noch und spürte, daß ich es nicht mehr lange aushalten kann.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 130)

Zitat von Fritzsch bei einem Appell:
„Es gibt für einen Häftling nur zwei Wege, aus diesem Lager zu kommen. Entweder er wird entlassen … oder er wandert durch den Kamin. Den letzteren Weg werden die meisten von euch gehen!“ (Zitiert nach Klee, Personenlexikon, 169)
Gradowski, Salmen oder Chaim Zalman Gradowski Seite 377
Er zettelte mit Elieser Warwel am 07.10.1944 in Neu-Dachs einen Aufstand an, bei dem er starb. Salmen Gradowski wurde 1908/1909/1910 in Suwalki, Polen geboren. Er war der Sohn von Shmuyel/Shmuel und Sore/Sarah, Büroangestellter und mit Sonya Sara, geb. Zlotoiabko, verheiratet. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Suwalki, Polen. Während des Krieges war er in Lunna und in Auschwitz, Polen. In Lunna war er im Ghetto Teil des Judenrats und für die gesundheitlichen und sanitären Angelegenheiten verantwortlich. 1942 wurden die Ghettobewohner in das Sammellager Kielbasin bei Grodno gebracht. Dort war er als Arzt im Ghetto Grodno tätig. Noch im selben Jahr wurde er im Dezember mit einem Zug nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Von den insgesamt 1 000 Deportierten wurden 769 „sonderbehandelt“. Unter diesen Ermordeten waren auch seine Frau, seine Mutter, seine Schwestern (Estera-Rachela und Liba), sein Schwiegervater (Rafael) und sein Schwager Wolf. Gradowski meinte hierzu: „Du stehst rat- und wehrlos da. Das einzige, was der Mensch empfindet, ist der Schmerz über die Trennung.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 147). Und zur Aufnahmeprozedur sagte er: „Jeder erhielt eine Nummer. Schon bist du nicht mehr derselbe, der du früher gewesen bist, sondern eine wertlose Nummer. Von diesem Augenblick an hast du dein ‚Ich‘ verloren.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 147). Zunächst war er den Sonderkommandos in den Gasbunkern I und II zugeteilt, danach im Krematorium. Seine Erlebnisse schrieb er mithilfe anderer Häftlinge, die ihm Papier und Wachs zum Verschließen von Aufbewahrungsgefäßen besorgten, in geheimen Tagebüchern auf, die er verschlüsselt unterschrieb. Im ersten Notizbuch - wahrscheinlich zu Beginn des Jahres 1943 geschrieben - beschreibt Gradowski den Transport der Gefangenen in den Zügen nach Auschwitz. Das Zweite behandelt die Ereignisse im Zeitraum 24.02.-08.03.1944, bei denen tausende Juden und ein Großteil des Sonderkommandos ermordet wurden. Der erste, unvollständige Teil von Gradowskis Aufzeichnungen, in einer Flasche versteckt, wurde 1945 auf dem Gelände des Vernichtungslagers Birkenau von Soldaten der Roten Armee gefunden und 1969 in Warschau erstmals veröffentlicht. Den zweiten, in einer Dose versteckten Teil verkaufte ein polnischer Finder dem in Auschwitz lebenden Chaim Wollnerman, der 1947 nach Palästina auswanderte und das Zeugnis erst 1977 im Privatdruck veröffentlichte.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 147; https://de.wikipedia.org/wiki/Salmen_Gradowski;
https://www.suhrkamp.de/autoren/salmen_gradowski_14771.html;
https://www.deutschlandfunkkultur.de/salmen-gradowski-die-zertrennung-er-schrieb-als-die.950.de.html?dram:article_id=464007;
https://www.nzz.ch/international/2-weltkrieg-75-jahre-kriegsende/salmen-gradowski-erschuetternde-aufzeichnungen-aus-auschwitz-ld.1535681

Siehe auch Yad Vashem - Vgl. dazu: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=10107103&ind=1 (Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1042371&ind=1 (Hier findet man auch ein Dokument zu ihm und ein Bild von ihm.)
Grinboim, Elieser Seite 234f
(geb. 27.11.1908; gest. 22.05.1948) Er war ein polnisch-jüdischer kommunistischer Aktivist, der in Warschau geboren wurde und Sohn von Jitzchak Grinboim. Er war in Auschwitz-Birkenau Kapo. Dorthin wurde er 1942 als politischer Häftling wegen seiner politischen Prägung gebracht. E. Grinboim überlebte Auschwitz und schrieb nach dem Krieg seine Erinnerungen und Erfahrungen auf. Man beschuldigte ihn wegen der Zusammenarbeit mit dem „Nazideutschland“, der „gnadenlosen Prügelei von Insassen" und wegen der Ermordung „Zehntausender jüdischer Gefangener". 1945 wurde er von einem kommunistischen Tribunal wegen Beteiligung an gewaltsamen Schlägen vor Gericht gestellt, aber in Kürze freigesprochen. E. Grinboim nahm seine politischen Aktivitäten wieder auf und setzte sich für die kommunistische Übernahme Polens ein. In Frankreich, wo er früher lebte und sich nach der deutschen Invasion dem französischen Widerstand anschloss, wurde er jedoch bald wieder verhaftet und von Mitjuden beschuldigt, der „Leiter des Todeslagers Birkenau“ gewesen zu sein. E. Grinboim wurde jedoch erneut freigesprochen, weil das französische Gericht zu dem Schluss kam, dass „weder der Angeklagte noch die Opfer Franzosen waren". Letztendlich wurde er nie offiziell verurteilt, aber auch nicht von diesen Anschuldigungen freigesprochen. Weder in Frankreich noch in Polen war er willkommen, auch nicht in der kommunistischen Partei. E. Grinboim fiel im israelischen Unabhängigkeitskrieg. Nach seinem Tod verbreiteten sich Gerüchte, dass er Selbstmord begangen habe oder aus Rache für seine Kapo-Vergangenheit ermordet sein könnte.
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Eliezer_Gruenbaum
Grinboim, Jizchak Seite 235
(geb. 24.11.1879 in Warschau; gest. 07.09.1970 in Gan Shmuel, Israel) Er war der erste Minister für innere Angelegenheiten des Staates Israel und einer der 37 Erstunterzeichner der israelischen Unabhängigkeitserklärung. Bereits während seines Studiums der Rechtswissenschaften fiel er für Aktivitäten im Namen der zionistischen Bewegung auf und prägte als Journalist mit seiner prozionistischen Ausrichtung. In Polen wurde unter J. Grinboim Leitung die radikal-zionistische Fraktion als Al Hamishmar bekannt. 1919 wählte man ihn ins polnische Parlament (Sejm), wo er die meisten der jüdischen Parteien vereinte. Er war im Sejm zudem die treibende Kraft für eine Zusammenarbeit mit anderen vertretenen Minderheitsparteien. Dies führte zu einer Stärkung der jüdischen Vertretung im Sejm, die von einem Anstieg des politischen Zionismus begleitet wurde. J. Grinboim wurde für seine mutige Haltung bezüglich der Minderheiteninteressen bekannt. Des Weiteren war J. Grinboim im Zeitraum 1925-1933 stellvertretender Vize-Präsident des Europäischen Nationalitätenkongresses. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und während des Holocausts sollte er den Kontakt mit polnischen Juden halten und Hilfe zu ihrer Rettung organisieren. Als 1942 die Massenvernichtung durch die deutschen Besatzer in Osteuropa bekannt wurde, gehörte J. Grinboim einem Rescue Committee an. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sein Sohn E. Grinboim in Paris von zwei anderen jüdischen Holocaust-Überlebenden wegen Grausamkeiten gegenüber jüdischen Mitgefangenen angeklagt. Vor Gericht blieb J. Grinboim jedoch an seiner Seite und setze sich auch später dafür ein, dass E. Grinboim von der Haganah (=zionistische paramilitärische Untergrundorganisation in Palästina während des britischen Mandats (1920–1948)) trotz seiner Vergangenheit eingezogen wurde.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jitzchak_Gruenbaum
Grojsbaum, Surale (Sarah), geb. Huberman Seite 34, 107
die Tante von Mordechai Papirblat, d.h. die Schwester seiner Mutter, die mit Zalman G. verheiratet war und in Opatow - nicht weit von Radom - wohnte. Dort nahm sie Mordechais Bruder Chaim Leibisch in ihr Haus auf, nachdem die Mutter verstarb. In diesem Ort gab es auch eine Bürstenfabrik der Familie. Sie war die Tochter von Mordechai (Motel) (1851-15.09.1915) Huberman, der Thoralehrer war, und von Bejla-Mirel Huberman, geb. Rozencwajg (1856-02.04.1933). Surale Grojsbaum wurde in der Schoah ermordet. Sie wurde ca. 50 Jahre alt. Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1078967&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)

Zu Grojsbaum, Zalman: Er war mit Sara, geb. Huberman verheiratet. Er wurde Opfer der Schoah. Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1072204&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Gustek Seite 396f., 402
eigentlich Gustav Klotzer, ein junger polnischer Blockältester. Vgl.: Protokolle Neu-Dachs, 179.

Aussage aus den Protokollen Neu-Dachs: „Bei der Schilderung des Verhaltens von Blockältesten und Kapos gegenüber Häftlingen nennt Dr. Novy die Namen Alfred Vogel und Gustav Klotzer, genannt Gustek. An diese beiden Häftlingsfunktionäre haben sich zahlreiche Zeugen in der Hauptverhandlung noch erinnert.“ (S. 179)
Hans
siehe unter Kapo Hans.
Jakobson, Abraham Seite 227f
Mosches Bruder, der im Kanada-Kommando arbeitete und Kontakt zu Häftlingen im Sonderkommando hatte.
Jakobson, Mosche Seite 225, 227f., 256
ein Häftling, um die 40 Jahre alt, kräftig gebaut und blond. Er kam mit demselben Transport wie Mordechai Papirblat aus Garbatka nach Auschwitz und hatte einen jüngeren Bruder mit Namen Abraham.
Jizchak Seite 136
aus Jablonow.
Jizchak, „der Schuster“ Seite 115, 136, 140
Mitglied im Judenrat des Ghettos in Garbatka und Stellvertreter von J. Kachler. Er verschaffte seinem Sohn einen Posten bei der Polizei, um ihn vor deutschen Arbeitgebern zu retten.
Josek Seite 393, 401
Blockältester.
Kachler, Jankel (Jakob) Seite 114, 140
einst ein wohlhabender Jude, der mit der Leitung des Ghettos Garbatka betraut wurde (Judenrat).
Kafka, Franz Seite 366, 402
Schreiber und tschechischer Jude/Jude aus der Slowakei. Er war ein Häftling, der mit Eddi Zechler die Liste der Arbeiter führte. Ende der 1970er bis Anfang der 1980er fand in Aschaffenburg ein Auschwitz-Prozess statt. Inhalt waren die Vorgänge im KZ Jaworzno (Neu-Dachs), das ein Nebenlager des KZ Auschwitz in Polen war. Er wird in den Akten zu diesem Prozess als Zeuge geführt.
Vgl.: Protokolle Neu-Dachs, 86, 90, 93, 96, 105, 107, 109, 119, 121, 128, 140, 381, 407.

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Der Zeuge Kafka aber, der mit dem 1. Transport nach Jaworzno gekommen ist hat ausgesagt, die 3 Baracken seien noch nicht umzäunt gewesen.“ (S. 86); „Daß beim Bau des Kraftwerkes Wilhelm teilweise 1.700 bis 1.800 Häftlinge eingesetzt waren, ergibt sich wiederum aus dem Buch von Dr. Novy, der darin von 1.700 an dieser Baustelle eingesetzten Häftlingen spricht, und der Aussage des Zeugen Franz Kafka. Letzterer war nach seinen glaubhaften Bekundungen in der Hauptverhandlung als Schreiber dieses Kommandos tätig, er spricht von 1.800 bis 2.000 Häftlingen bei diesem Außenkommando“. (S. 105); „Der Zeuge Kafka, selbst ein jüdischer Häftling und einer der wenigen Juden, der als Schreiber des Kraftwerkkommandos einen Posten hatte, bei dem er nicht körperlich arbeiten mußte, hat ausgesagt, die Juden seien strenger behandelt worden, als zum Beispiel die polnischen Häftlinge. Letztere seien von den SS-Leuten nicht geschlagen worden.“ (S. 121)
Kalman Seite 125
der Bäcker von Garbatka, der dort erschossen wurde.
Kapo Adler Seite 239, 256
ein politischer Häftling aus Deutschland.
Kapo Hans Seite 311f., 328f., 332, 341, 343f., 351, 353, 359, 364, 372, 379, 415, 487
Kapo des Kommandos Lagerverwaltung. Er war ein deutscher Jude, klein und galt als der nette „Jecke“.
Kapo Stefan Seite 217f., 221, 223-229, 231f., 234f., 237-244, 246-248, 252f., 255-259, 265, 267, 271-273, 275, 291, 296, 300, 305
Er wurde von den Nazis aus dem Gefängnis geholt und zum Kapo gemacht. Er trug die Nummer 1265. Kapo Stefan war bereits das dritte Jahr in Auschwitz, war ein „Volksdeutscher“ aus Rybnik in Oberschlesien und hatte eine Prostituierte.
Katz Seite 367f., 403
ein Jude aus Belgien, ein Häftling.
Kazek Seite 397
ein Pole und der Kapo in der Elektrowerkstadt.
Kempel Seite 285
ein hochrangiger SS-Offizier.
Kempinski, Schlomo Seite 335, 337
eine Art Prediger, weshalb er auch „Rabbiner“ genannt wurde. Mit ihm war Mordechai Papirblat gut befreundet.
Korczak, Janusz, eigentlich Henryk Goldszmit Seite 104
(geb. 22.07.1878/1879 in Warschau; gest. nach dem 05.08.1942, vermutlich am 06. oder 07. August im deutschen Vernichtungslager Treblinka, amtliches Todesdatum 07.08.1942) Er war ein polnischer Militär- und Kinderarzt, Schriftsteller und bedeutender Pädagoge. 1897 beginnt er das Medizinstudium. Während des Studiums unterrichtet er die Kinder eines Warschauer Armenviertels und schreibt kleinere Erzählungen. Nachdem er unter dem Pseudonym Janusz Korczak einen literarischen Wettbewerb gewonnen hat, behält er diesen Namen ein Leben lang bei. Nach dem Medizinstudium arbeitet Korczak als Arzt in einem Kinderkrankenhaus. Gleichzeitig ist er als frei praktizierender Mediziner bei den wohlhabenden Bürgern tätig, um Geld für seine Hilfstätigkeiten zu sammeln. Seine Erlebnisse und Gedanken verarbeitet er in Erzählungen, Romanen und Kinderbüchern, die ihn zu einer bekannten Persönlichkeit in Polen machen. 1911 übernimmt Korczak die Leitung eines nach seinen Plänen neu errichteten jüdischen Waisenhauses („Dom Sierot"). Er gibt seine Praxis auf und widmet sich von nun an ganz der Erziehungsarbeit. In den 20er und 30er Jahren errichtet Korczak ein zweites Waisenhaus in Warschau. Er schreibt weiterhin Bücher, unterrichtet Pädagogik an der Universität Warschau, gründet die erste Zeitung von und für Kinder und tritt gegen Ende der 30er Jahre regelmäßig im polnischen Rundfunk auf. 1940 wird das Waisenhaus „Dom Sierot" in das Warschauer Ghetto verlegt. 1942 beginnt die Räumung des Ghettos. Tausende Juden werden in die Vernichtungslager abtransportiert. Im August 1942 wurden im Rahmen der Aktionen zur „Endlösung der Judenfrage“ die etwa 200 Kinder des Waisenhauses von der SS zur Deportation in das Vernichtungslager Treblinka abgeholt. Obwohl Korczak wusste, dass dies den Tod bedeutete, wollte er die Kinder nicht im Stich lassen und bestand ebenso wie seine Mitarbeiterin Stefania Wilczyńska darauf, mitzufahren. Der Komponist und Pianist Władysław Szpilman wurde Augenzeuge des Abtransports und beschreibt die Szene in seinen Memoiren: „Eines Tages, um den 5. August […] wurde ich zufällig Zeuge des Abmarsches von Janusz Korczak und seinen Waisen aus dem Ghetto. Für jenen Morgen war die ‚Evakuierung‘ des jüdischen Waisenhauses, dessen Leiter Janusz Korczak war, befohlen worden; er selbst hatte die Möglichkeit, sich zu retten, und nur mit Mühe brachte er die Deutschen dazu, daß sie ihm erlaubten, die Kinder zu begleiten. Lange Jahre seines Lebens hatte er mit Kindern verbracht und auch jetzt, auf dem letzten Weg, wollte er sie nicht allein lassen. Er wollte es ihnen leichter machen. Sie würden aufs Land fahren, ein Grund zur Freude, erklärte er den Waisenkindern. Endlich könnten sie die abscheulichen, stickigen Mauern gegen Wiesen eintauschen, auf denen Blumen wüchsen, gegen Bäche, in denen man würde baden können, gegen Wälder, wo es so viele Beeren und Pilze gäbe. Er ordnete an, sich festtäglich zu kleiden und so hübsch herausgeputzt, in fröhlicher Stimmung, traten sie paarweise auf dem Hof an. Die kleine Kolonne führte ein SS-Mann an, der als Deutscher Kinder liebte, selbst solche, die er in Kürze ins Jenseits befördern würde. Besonders gefiel ihm ein zwölfjähriger Junge, ein Geiger, der sein Instrument unter dem Arm trug. Er befahl ihm, an die Spitze des Kinderzuges vorzutreten und zu spielen – und so setzen sie sich in Bewegung. Als ich ihnen an der Gęsia-Straße begegnete, sangen die Kinder, strahlend, im Chor, der kleine Musikant spielte ihnen auf und Korczak trug zwei der Kleinsten, die ebenfalls lächelten, auf dem Arm und erzählte ihnen etwas Lustiges. Bestimmt hat der ‚Alte Doktor‘ noch in der Gaskammer, als das Zyklon schon die kindlichen Kehlen würgte und in den Herzen der Waisen Angst an die Stelle von Freude und Hoffnung trat, mit letzter Anstrengung geflüstert: ‚Nichts, das ist nichts, Kinder‘ um wenigstens seinen kleinen Zöglingen den Schrecken des Übergangs vom Leben in den Tod zu ersparen.“
(Zitiert nach Szpilman, Pianist, 93f.) Korczak selbst hatte die Möglichkeit gehabt, sein Leben zu retten. Aber dies lehnte er entrüstet ab. Er hätte eine solche Tat als Verrat an den Kindern und an seiner Aufgabe betrachtet.
Das genaue Todesdatum von Korczak ist unbekannt. Seine Tagebuchaufzeichnungen enden mit dem 05.08.1942. Von einem polnischen Gericht wurde 1954 hierfür der 09.05.1946 festgesetzt, ein Jahr nach Kriegsende. Dieses Datum wurde für alle während des Krieges Gestorbenen verwendet, deren genaues Todesdatum nicht feststeht. 2012 setzt das Bezirksgericht Lublin den 07.09.1942 als Todestag fest.
Vgl.: (hier findet man u.a. auch weiterführende Literatur- und Filmhinweise, Ehrungen, Nachwirkungen und Werke von ihm)
https://de.wikipedia.org/wiki/Janusz_Korczak
https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/schulfernsehen/warschau-nationalsozialismus-widerstand-korczak100.html;
https://www.lernando.de/magazin/276/Wer-war-eigentlich-Janus-Korczak;
https://www.janusz-korczak-institut.de/index.php?id=16
https://www.domradio.de/themen/soziales/2017-08-05/vor-75-jahren-ging-janusz-korczak-mit-200-kindern-den-tod?page=3&utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=dyn
Siehe auch Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1144775&ind=1 (Hier findet man auch ein Dokument zu ihm und eine Zeichnung von ihm.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1308459&ind=1 (Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)

Zu Wilczyńska, Stefania: (geb. 26.05.1886 in Warschau; gest. wahrscheinlich am 06.08.1942 in Treblinka; zusammen mit den ihr anvertrauten Kindern). Sie war eine polnisch-jüdische Lehrerin und Erzieherin, wie auch eine enge Mitarbeiterin von Janusz Korczak, dessen Stellvertreterin. Ihr Studium absolvierte sie an der Universität Liège in Belgien. 1909 lernte sie Dr. Janusz Korczak kennen. Die beiden freundeten sich an. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Korczak in die Armee eingezogen. Stefania übernahm die Leitung des Waisenhauses, das mittlerweile auf 150 Kinder angewachsen war. 1935 besuchte sie das Land Israel, wo sie bis 1939 blieb. Als die Deutschen Polen besetzten, wurde es ihr ermöglicht, Polen zu verlassen. Dies lehnte sie jedoch ab und zog stattdessen mit Dr. Korczak und den Kindern ins Ghetto. Am 06.08.1942 wurde der Befehl zur Deportation der Kinder erteilt. Stefania war für die Gruppe der 9-12-jährigen Kinder verantwortlich. Ihr, Korczak und dem gesamten Personal des Warschauer Waisenhauses war angeboten worden, bei der Deportation der Kinder nicht mitzufahren. Aber sie lehnten ab und gingen gemeinsam mit den Kindern in die Gaskammern von Treblinka.
Vgl.: https://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/spots_of_light/stefania_wilczynska.asp;
http://www.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/subsites/1b-ewxx-t-01/user_files/Projekte/Korczak/Korczaks_Mitarbeiter.pdf;
https://de.wikipedia.org/wiki/Stefania_Wilczy%C5%84ska
Siehe auch Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=13820248&ind=1
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=811087&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)

Zu Szpilman, Władysław: (geb. 05.12.1911 in Sosnowiec, Polen; gest. 06.07.2000 in Warschau, Polen) Er war ein polnischer, jüdischer Pianist, Komponist und Schriftsteller. Weltweit bekannt wurde er durch seine Schilderung des Überlebens im Warschauer Ghetto während des Zweiten Weltkrieges („Der Pianist, Mein wunderbares Überleben“). Bekannt wurde die filmische Adaptation der Memoiren von Szpilman durch den Regisseur Roman Polański (Der Pianist, 2002). Szpilman war verheiratet und Vater zweier Söhne. Sein jüngerer Sohn Andrzej Szpilman trat in seine Fußstapfen und wurde ebenfalls Musiker. Anfang der 1930er Jahre studierte Władysław Szpilman an der Berliner Akademie der Künste Klavier und Komposition. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging er 1933 zurück nach Warschau und setzte dort sein Studium an der Chopin-Musikhochschule fort. Als einziges Mitglied seiner Familie überlebte Szpilman während der deutschen Besatzung im Warschauer Ghetto. Dies hatte er dem jüdischen und polnischen Widerstand, wie auch dem deutschen Hauptmann Wilm Hosenfeld zu verdanken. Dieser entdeckte im letzten Kriegswinter Szpilman halb verhungert. Doch anstatt ihn zu erschießen oder zu denunzieren, versorgte er ihn mit Nahrung und warmer Kleidung. Hosenfeld starb am 13.08.1952 im Kriegsgefangenenlager Stalingrad. Die Eltern und Geschwister von Szpilman wurden im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Wladyslaw Szpilman war ab 1945 wieder als Pianist tätig. Als Komponist, Pianist und Musikdirektor des Warschauer Rundfunks wird Szpilman in den folgenden Jahrzehnten zu einer nationalen Persönlichkeit.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C5%82adys%C5%82aw_Szpilman;
https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag6234.html;
https://www.journal21.ch/wladyslaw-szpilman-der-pianist-1946
Kravel, Mordechai Seite 264-266
Er war im Juli 1942 nach Auschwitz gekommen und gehörte zum Kommando Krematorium.
Krawczyk Seite 120, 123, 125, 133
der Kommandant des Ghettos Garbatka, ein kleinwüchsiger, gewiefter polnischer Händler, der drei Söhne hatte.
Latrowski-Kleiner, Leibisch-Leon/Latrowski, Leon Seite 355, 369, 477
auch nur „Leibisch“ genannt, ein Freund von Mordechai Papirblat, aus Krakau. Er war ein Einzelkind, dessen Eltern ein Geschäft für Musikinstrumente in der Starowislna-Straße in Krakau besessen hatten.
Lausmann, Franz Seite 341f., 355-359, 426
ein kleiner, dicker SS-Rottenführer, der aus Rumänien stammte (geb. 19.06.1913 in Radautz). Vor 1945 war er Angehöriger der Lagermannschaft im KZ Auschwitz und in Neu-Dachs (Jaworzno) (zeitweise Kommandanturstab, Abteilung III Schutzhaftlager und Kommandoführer im Außenlager Neu-Dachs Jaworzno). Vgl.: Klee, Auschwitz, 251; Protokolle Neu-Dachs, 25, 77, 110, 139, 196, 266, 270, 281f., 284f., 290, 292, 295, 373-375, 411f., 417, 424, 458, 462, 464, 466, 474f., 477f., 480, 483, 486;
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/personal-neu-dachs.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-l/lausmann-franz.html

Aussage des Häftlings Hermann Flath:
„Eines Abends beim Einrücken der Arbeitskommandos wurde erzählt, ein Häftling hätte einen Fluchtversuch unternommen. Er wurde deshalb im Beisein des Lagerführers Lausmann derartig mißhandelt, und zwar durch zwei SS-Leute, daß er nach etwa 10 Minuten gestorben ist. Wir Häftlinge mußten so lange dabeistehen, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gab.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 251)

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Ein SS-Mann namens Lausmann (phonetisch), der mit dem Vornamen wahrscheinlich Franz geheißen hat. Er war relativ klein und hatte eine untersetzte Figur. Ein besonderes Kennzeichen von ihm war, daß er mehrere Goldzähne hatte. Er stammte wahrscheinlich aus Rumänien und sprach neben Deutsch auch Jiddisch. Zu welchem Zeitpunkt er in das Lager gekommen ist, konnte nicht genau geklärt werden. Er war jedenfalls am Ende des Bestehens des Lagers in Jaworzno und hat auch die Häftlinge auf dem Evakuierungsmarsch zumindest teilweise begleitet. Die näheren Personalien und sein derzeitiger Aufenthalt konnten nicht ermittelt werden.“ (S. 25; vgl. auch: 110, 196, 417, 474f.);
„Für König und Bischof seien dann die SS-Leute Lausmann und Markewicz als Blockführer und Kommandoführer nach Jaworzno gekommen.“ (S. 77; vgl. auch: 110, 285, 290, 417);
„Der Zeuge Schwarz hat hierzu ausgesagt, es sei bereits dunkel gewesen, als die Häftlingskolonne in Beuthen angekommen sei. Es sei in den Straßen dieser Stadt eine Pause gemacht worden. SS-Leute, darunter Lausmann und wahrscheinlich auch der mit dem Spitznamen Lapka hätten gesagt, wer von den Häftlingen nicht mehr laufen könne, solle heraus gehen. Zusammen mit etwa 50 anderen Häftlingen habe er dies getan. Sie seien dann von der Häftlingskolonne abgesondert und in ein Zivillager gebracht worden. Dort habe Lausmann einen Teil der Häftlinge erschossen.“ (S. 139);
„Außer Olejak erinnere er sich von den SS-Angehörigen aus Jaworzno noch an einen namens Lausmann, der Häftlinge schwer mißhandelt habe.“ (S. 295); „Der Zeuge Krawicki, auf dessen Aussage bereits im vorhergehenden Punkt eingegangen worden ist, hat dazu ausgesagt, an einem Sonntag im Sommer 1944 habe er sich in der Nähe des im Lager befindlichen Wasserbassins aufgehalten. Dabei habe er gesehen, wie sich drei Häftlinge, die er nicht gekannt habe und die nicht hätten schwimmen können, in dem Bassin befunden hätten. Von den drei am Beckenrand stehenden SS-Leuten Lausmann, Lapka und Mietliczka seien sie am Verlassen des Beckens gehindert worden. Bevor er weggelaufen sei, habe er noch gesehen, wie diese Häftlinge an der Oberfläche des Beckens mit den Händen um sich geschlagen hätten. Er habe dann später gehört, daß diese Häftlinge ertrunken seien. Die Leichen der Häftlinge habe er nie gesehen. Er habe auch nicht gesehen, wie die Körper dieser Häftlinge bzw. ihre Leichen aus dem Becken geholt worden seien.“ (S. 424);
„So hatte der Zeuge Hoffmann bei der polizeilichen Vernehmung bekundet, er habe selbst gesehen, wie Lausmann in Gegenwart des Lagerführers einen Häftling mit Kleidern in das im Lager befindliche Bassin geworfen und dann ertränkt habe.“ (S. 462);
„In einem weiteren Fall einer Häftlingstötung hatte der Zeuge Hoffmann bei der Vernehmung durch die Polizei bekundet, an der Baustelle des Kraftwerkes habe einmal ein junger, rothaariger Häftling aus Munkatz während eines Bombenalarms zu flüchten versucht. Er habe sich versteckt gehabt und sei längere Zeit mit Hunden gesucht worden. Schließlich sei er gefunden worden. Der Kommandoführer Lausmann und der Oberkapo hätten solange auf ihn eingeschlagen bis er tot gewesen sei.“ (S. 462); „Auch im Juli und August 1943 habe er Pansegrau noch in Birkenau gesehen, insoweit sei er sich ganz sicher. Im Juni 1943 habe es in Birkenau einen Vorfall gegeben, bei dem zwei griechische Häftlinge von Lausmann, der später auch in Jaworzno gewesen sei, und von Pansegrau zusammen mit einem Kapo getötet worden seien. Die betreffenden Häftlinge seien von der schweren Arbeit erschöpft gewesen und von Lausmann und dem Kapo in der Weise getötet worden, daß diese eine Holzstange auf den Hals der Häftlinge gelegt und diese damit erwürgt hätten.“ (S. 466);
„Während des Evakuierungsmarsches habe er viele Fälle gesehen, bei denen auf Häftlinge geschossen worden sei. Täter seien der Pansegrau, der Olejak und der Lausmann und auch ihm namentlich nicht bekannte SS-Leute gewesen.“ (S. 477; vgl. auch: 478)
Lichtenstein Seite 335, 337, 453f
ein Bäcker, der ursprünglich aus Lodz stammte und ein guter Freund von Mordechai Papirblat war.
Lorenz Seite 332
ein SS-Offizier.
Lukos Seite 454
ein „Volksdeutscher“.
Luxemburg Seite 376
der „Vorbeter“.
Mann, Franciszka Seite 288f
(geb. 04.02.1917 in Brod; gest. 23.10.1943 in Auschwitz-Birkenau). Sie war eine bekannte polnische Tänzerin mit dem Künstlernamen Lola Horowitz, die einen Aufstand anzettelte. Sie wird im Buch auch „Schauspielerin“ genannt.
Von dem Vorgang des Aufstandes existieren unterschiedliche Darstellungen. Die wichtigsten Quellen hierzu sind die Erinnerungen der Angehörigen des jüdischen Sonderkommandos Tadeusz Borowski, Wiesław Kielar, Filip Müller und Jerzy Tabeau. Am 23.10.1943 kam ein Transport mit rund 1.700 jüdischen, polnischen Häftlingen, sogenannten Austauschjuden aus dem KZ Bergen-Belsen, im KZ Auschwitz-Birkenau an. Diesen war die Ausreise in die Schweiz versprochen worden. Unter der Aufsicht von Rapportführer Josef Schillinger eskortierten SS-Männer die angekommenen Menschen von der Rampe zum Krematorium II. Dort wurden die ahnungslosen Häftlinge im Entkleidungsraum aufgefordert, sich für eine folgende „Desinfektion“ zu entkleiden. Die junge Jüdin Franciszka Mann durchschaute jedoch die Täuschung und weigerte sich ihre Kleidung abzulegen. Nach Filip Müller, Angehöriger des Häftlings-Sonderkommandos in Birkenau, entwand sie dem SS-Oberscharführer Walter Quakernack die Pistole und schoss drei Mal. Dabei traf der erste Schuss Schillinger, der auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb. Ein zweiter Schuss verfehlte Quakernack und der dritte verletzte SS-Oberscharführer Wilhelm Emmerich am Bein. Auch die anderen Frauen im Entkleidungsraum setzten sich gegen ihre bevorstehende Ermordung zur Wehr. Der Aufruhr wurde durch den Einsatz von Maschinengewehren niedergeschlagen und die überlebenden Frauen wurden anschließend vergast.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Franciszka_Mann;
https://www.auschwitz.info/de/aktuelles/archiv/artikel/lesen/23-oktober-1943-auschwitz-birkenau-krematorium-iii-199.html;
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Schillinger

Zu Borowski, Tadeusz: (geb. 12.11.1922 in Schytomyr; gest. 03.07.1951 in Warschau) Er war ein polnischer Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter der Holocaustliteratur. 1943 wurde er verhaftet und ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert (Häftlings-Nr. 119198). Dort kam er am 29.04.1943 aus dem Warschauer Gestapogefängnis Pawiak an. Nachdem er sich als Zwangsarbeiter eine Lungenentzündung zugezogen hatte, arbeitete er zunächst als Sanitäter/Häftlingspfleger im Lagerkrankenhaus. Borowski wurde dabei Zeuge, wie Neuankömmlinge aufgefordert wurden, ihre Sachen zurückzulassen, um daraufhin in die Gaskammern geschickt zu werden. Als er dann im Dachdecker-Kommando war, konnte er seine in Birkenau inhaftierte Verlobte Maria Rundo sehen, die er im Dezember 1946 heiratete. Am 12.08.1944 wurde er nach Dautmergen (ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof bei Balingen) deportiert und im Januar 1945 nach Dachau-Allach. Dort wurde er am 01.05.1945 von amerikanischen Soldaten befreit und kehrte am 31.05.1946 nach Warschau zurück. Borowski wandte sich nun der Prosa zu. In rascher Folge erschienen seine vier Erzählbände. Am 20.02.1948 wurde er Mitglied der kommunistischen Partei, die ihn Ende Juni 1949 als Kulturreferent des polnischen Informationsbüros nach Berlin entsandte. Im März 1950 kehrte er nach Warschau zurück. Am 01.07.1951, fünf Tage nach der Geburt seiner Tochter Małgorzata, unternahm er einen Selbstmordversuch, an dessen Folgen er am 03. Juli starb. Ein wichtiges Zeugnis: sein Erzählband „Bei uns in Auschwitz“.
Vgl. u.a.: Klee, Auschwitz, 60; https://www.porta-polonica.de/de/atlas-der-erinnerungsorte/tadeusz-borowski;
https://www.welt.de/print-welt/article709924/Wer-war-Tadeusz-Borowski.html; https://de.wikipedia.org/wiki/Tadeusz_Borowski;
https://www.dachau-institut.de/weitere_dimensionen/geschichten_literarisches/tadeusz_borowski_auschwitz.html

Zu Kielar, Wiesław: (geb. 12.08.1919 in Przeworsk/Polen; gest. 01.06.1990) Er war ein polnischer Gefangener des Konzentrationslagers Auschwitz (Häftlings-Nr. 290).
Anfang Mai 1940 wurde Kielar mit 21 Jahren von der Gestapo verhaftet und Mitte Juli 1940 aus Tarnów als einer der ersten 728 Gefangenen nach Auschwitz gebracht. Dort war er für fast fünf Jahre inhaftiert und wurde u.a. als Krankenpfleger, Leichenträger, Schreiber und Installateur eingesetzt. Ende Oktober 1944 kam er in das KZ Sachsenhausen. 1972 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel „Anus Mundi. Fünf Jahre Auschwitz“, worin er seine Haft beschreibt.
Vgl. u.a.: Klee, Auschwitz, 212; https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesław_Kielar;
https://www.gedenkstaette-porta.de/?page_id=77

Zu Müller, Filip: (geb. 03.01.1922 in Sereď, Tschechoslowakei; gest. 09.11.2013 in Mannheim) Er war ein slowakischer Überlebender des Sonderkommandos im KZ Auschwitz-Birkenau, der die Massenvernichtung in den Krematorien und Gaskammern des Lagers miterlebt hat. Sein Buch „Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz“ ist ein wichtiges Zeugnis. Filip Müller wurde im April 1942 im Alter von 20 Jahren mit dem fünften RSHA-Transport und dem ersten Transport mit jüdischen Männern aus der Slowakei in das KZ Auschwitz deportiert (Häftlingsnummer 29236).
Er gehörte dem „jüdischen Sonderkommando“ an. Nach einem Monat konnte er im Stammlager zunächst der Krematoriumsarbeit entkommen, wurde jedoch in Auschwitz-Birkenau wiedererkannt und erneut dem Sonderkommando für insgesamt etwa 20 Monate zugeteilt. Während seiner Haftzeit plante Müller seinen Selbstmord. Hierfür wollte er einer Gruppe von Landsmännern in die Gaskammer folgen. Eine Frau aus dieser Gruppe hielt ihn jedoch davon ab. Sie war der Meinung, dass sein Tod niemanden retten würde. Er solle lieber der Nachwelt von den Vorkommnissen im Lager berichten.
Bis zum Januar 1945 arbeitete er in dem Sonderkommando. Nach der „Evakuierung“ des KZ Auschwitz wurde er in das KZ Mauthausen gebracht und im Mai 1945 im Außenlager Gunskirchen befreit. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war er zunächst arbeitsunfähig. Bis 1969 lebte er in der Slowakei und wanderte dann nach Deutschland aus. 1964 sagte er bei einem der Frankfurter Auschwitzprozesse als Augenzeuge aus.
Vgl. u.a.: Klee, Auschwitz, 289f.; https://de.wikipedia.org/wiki/Filip_Müller;
http://www.auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php?id=63;
http://www.auschwitz-prozess.de/index.php?show=Mueller-Filip

Aussagen von Filip Müller:
Über seinen Anfang, als die Opfer noch bekleidet in die Gaskammer gepresst wurden: „Vor uns lagen zwischen Koffern und Rucksäcken Haufen aufeinander- und durcheinanderliegender toter Männer und Frauen. Ich war starr vor Entsetzen. Ich wusste nicht, wo ich mich befand und was hier vor sich ging. Ein heftiger Schlag, begleitet von [Hans] Starks Gebrüll: ‚Los, los! Leichen ausziehen!‘ veranlaßte mich, das zu tun, was auch in paar andere Häftlinge taten, die ich erst jetzt bemerkte. Vor mir lag die Leiche einer Frau. Zuerst zog ich ihre Schuhe aus. Meine Hände zitterten dabei. Zum ersten Mal in meinem Leben kam ich mit einer Leiche in Berührung. Sie war noch nicht richtig erkaltet.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 289)
Über die Tötung Kleinwüchsiger im Krematorium: „Ich selbst war Augenzeuge von Sektionen von Zwillingen, die – worauf besonders Wert gelegt wurde – zur gleichen Zeit im Krematorium getötet werden mußten und zwar durch Genickschuß. Es wurden dann alle erdenklichen Messungen durchgeführt, wobei mir noch Nyiszli in guter Erinnerung ist, wie er diese Messungen durchführte. Es wurden auch innere Organe entnommen. Außer Zwillingen wurden auch Liliputaner sektiert. Ich selbst habe dabei nur gesehen, wie diese Liliputaner erschossen wurden. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ein Häftling mit einem Buckel erschossen wurde. Ich habe dann im Sektionsraum von N. gesehen, wie diese Leiche in einen großen Behälter mit einer Säure gelegt wurde und dort so lange verblieb, bis das Skelett vollkommen freigelegt war.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 290)
Müllers Korrektur einer Legende über das Sonderkommando:
„Mir ist ein einziger Fall bekannt, wo ein Birkenauer Sonderkommando vollständig vernichtet worden ist, und zwar war dies im Dezember 1942 oder Anfang 1943. Diese Vernichtung fand statt im Krematorium des Stammlagers. Es war jedenfalls nicht so, daß regelmäßig alle 3 Monate das gesamte Sonderkommando, von einzelnen zufallsbedingten Ausnahmen abgesehen, vollkommen vernichtet wurde. Letzteres wird zwar in verschiedenen Büchern behauptet, ist aber tatsächlich nicht in dieser Weise der Fall gewesen.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 289)

Zu Tabeau, Jerzy: (geb. 18.12.1918 in Zabłotów/heutige Ukraine; gest. 11.05.2002) Er war ein polnischer Arzt und einer der ersten Flüchtlinge aus Auschwitz, der der Außenwelt einen detaillierten Bericht über den dort stattfindenden Völkermord vorlegte. Tabeau war Medizinstudent und Mitglied der Union des bewaffneten Kampfes, Związek Walki Zbrojnej (ZWZ). Er hatte im polnischen Untergrund unter dem Pseudonym „Jerzy Wesołowski" in Krakau gearbeitet und die Untergrundpresse vertrieben. Nachdem er durch die Gestapo festgenommen worden war, wurde er am 26.03.1942 unter diesem falschen Namen aus dem Montelupich-Gefängnis der Gestapo in Krakau nach Auschwitz gebracht (Häftlings-Nr.: 27273). Er war in verschiedenen Kommandos und schließlich Pfleger im Ambulatorium des Stammlagers. Als Blockschreiber des Krankenblocks im „Zigeunerlager“ (April 1943) schrieb er: „Viele Zigeuner starben infolge der Infektionskrankheiten, insbesondere an Typhus sowie wegen schlechter Ernährung.“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 398). Zusammen mit Roman Cieliczko, einem anderen polnischen Insassen (Nr. 27989), konnte er im November 1943 fliehen. Sie entkamen, indem sie den Drahtzaun des Lagers durchschnitten. Nach seiner Flucht (Ende 1943/Anfang 1944) erstellte Tabeau einen Bericht über die Vorgänge im Konzentrationslager. Er reiste nach England, um persönlich über den polnischen Widerstand Zeugnis zu geben und den Alliierten die Wahrheit über den Völkermord an den Nazis zu bestätigen. Sein Bericht über die fabrikmäßige Ermordung von Juden aus ganz Europa wurde ein Teil der Auschwitz-Protokolle. Er enthält u.a. Details über den Beginn der Massenmorde und die Selektion der Deportierten. Nach 1945 ließ er sich in Krakau nieder und schloss sein Medizinstudium ab. Er wurde Assistenzprofessor für Medizin und bekannter Kardiologe in Krakau.
Vgl. u.a.: Klee, Auschwitz, 398; https://de.wikipedia.org/wiki/Jerzy_Tabeau;
http://www.auschwitz-prozess.de/index.php?show=Tabeau-Jerzy;
https://en.wikipedia.org/wiki/Jerzy_Tabeau
Marmelstein Seite 359, 361f
aus Ungarn, Stubenältester in Block 6.
Max Seite 342
der Blockälteste von Block 10.
Mazurkiewicz Seite 115
ein Pole, der die Arbeiten im Ghetto Garbatka (Schneeräumarbeiten auf der Hauptstraße von Zwolen nach Garbatka) überwachte.
Mejtek Seite 460, 462
ein Pole und Kapo. Mordechai Papirblat kannte ihn von der Arbeit beim Plischke-Kommando in Jaworzno.
Morias, Zako (Jakob) Seite 238
ein Häftling aus Thessaloniki. Dieser hatte dort für den Rundfunk gesungen. Er hat Auschwitz überlebt. Mordechai Papirblat durfte ihn 1946 in Israel auf den Feldern des Kibbuz Aschdot Jaákow wiedertreffen.
„Mosche“ Seite 43, 45-49, 52, 63
ein junger Verwandter des Nachbarn der Familie Papirblat.
Nathan Seite 35
der Enkel von Mordechais Verwandten Surale aus Warschau.
Nossel, Pinchas Seite 344, 347-352, 362, 411, 415
stammte aus Lodz und war zusammen mit Mordechai Papirblat im Lager ein „Kohleträger“. Er wurde auf dem Todesmarsch erschossen.
Pahl Seite 102
eine Familie aus Jablonow
Papirblat, Awraham Jizchak (Kosename: „Awrahamle“) Seite 47, 67, 70, 78, 80, 84, 94, 103f., 105-110, 117, 189, 217, 262, 433, 455, 470, 515, 517, 526, 531
jüngerer Bruder von Mordechai Papirblat. Er gehörte zu den „kleinen Geschwistern“ („mein kleiner Bruder“).
Awraham wurde im Jahr 1931 in Radom geboren. Er war der Sohn von Szlomo und Selda, geb. Huberman. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Radom und in Warschau, Polen. Während des Krieges war er in Warschau und in Radom (Polen). Awraham wurde im Kindesalter in der Schoah ermordet. Sein Sterbeort und Sterbedatum sind unbekannt. Er starb ca. 1942 im Ghetto Radom oder in einem Konzentrationslager.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=8900069&ind=3
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1389687&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=976693&ind=2
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Papirblat, Chaim Leibisch Seite 21-23, 39-41, 43, 47, 55, 61, 63, 67, 70, 78, 80, 84, 88, 94f., 97, 99-107, 109, 117, 189, 217, 369, 433, 455, 470, 477, 515, 517, 526, 531
der zwei Jahre jüngere Bruder von Mordechai Papirblat („mein jüngerer Bruder“). Chaim Leibisch Papirblat wurde im Jahr 1924/25 in Radom (Polen) geboren. Er war der Sohn von Szlomo und Selda, geb. Huberman. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Radom und in Warschau (Polen) und während des Krieges in Warschau und in Opatow (Polen). Chaim Leibisch wurde mit ca. 16 Jahren bei der Liquidierung des Ghettos Opatow (1941/42) ermordet.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=10921693&ind=1
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1923290&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=975578&ind=2
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Papirblat, Chaja Riwa (Spitzname: „Chajale“) Seite 43, 47, 61, 67, 70, 78, 80, 84, 88, 94-97, 99f., 102f., 105-110, 117, 189, 217, 262, 433, 455, 470, 515, 517, 526, 531
eine jüngere Schwester von Mordechai Papirblat, die 1929 in Radom geboren wurde. Sie war die Tochter von Szlomo und Selda, geb. Huberman. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Radom und in Warschau (Polen). Während des Krieges war sie in Warschau und in Radom (Polen). Chaja starb mit ca. 13 Jahren bei der Liquidierung des Ghettos Radom (1942).
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=8900068&ind=3
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=956953&ind=2
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1946407&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Papirblat, Israel Seite 25f., 174
ein Onkel von Mordechai Papirblat, der Bruder seines Vaters, der eine Näherei in Warschau besessen hatte. Israel Papirblat wurde in Polen geboren. Er war der Sohn von Pinchas und Tzipa/Cypa Papirblat. Er war Gerber und mit Lea, geb. Piernik verheiratet. Die beiden haben vier Kinder. Vor und während des Zweiten Weltkrieges lebte er in Warschau, Polen (Adresse: Krochmalna 17). Israel wurde in der Schoah ermordet.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=3636864&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)

Zu Papirblat, Lea, geb. Piernik, wurde in Polen geboren. Sie war die Tochter von Mojsze und Frumet. Sie war Schneiderin/Näherin und mit Israel verheiratet. Das Ehepaar hat vier Kinder. Vor und während des Zweiten Weltkrieges lebte sie in Warschau, Polen. Lea wurde in der Schoah ermordet.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=3591534&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Papirblat, Noah Seite 84f
ein Verwandter von Mordechai Papirblatt und Schneider. Er wohnte am Marktplatz in Jablonow. Mit seiner ersten Frau hatte er einen Sohn. Nach ihrem Tod heiratete er ein zweites Mal. Er wurde ca. 60 Jahre alt.
Papirblat, Pinchas Seite 32, 36, 39, 40, 49, 59, 81, 84
Großvater väterlicherseits.
Pinchas Papirblat wurde in Polen geboren. Er war mit Tzipa/Cypa verheiratet. Das Paar bekam fünf Kinder (Szlomo Papirblat, Chaja Grzebein (geb. Papirblat), Israel Papirblat, Symcha Papirblat und Rajca Wajngarten (geb. Papirblat). Vor und während des Zweiten Weltkrieges lebte er in Warschau, Polen (Krochmalna 14/58). Er war Lieferant für Restaurants. Pinchas wurde Opfer der Schoah. Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1112044&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Papirblat, Selda, geb. Huberman Seite 16, 21, 23f., 28, 31, 34, 42f., 47, 57, 59f., 63-65, 67, 69, 72, 74, 77f., 80, 84, 87-90, 93-95, 97, 103-107, 386, 433, 455, 459, 470, 515, 531
Mordechais Mutter. Selda Papierblat wurde 1897/1900 in Zwolen/Radom, Polen geboren. Sie war die Tochter von Mordechai (Motel) und Bejla-Mirel, geb. Rozencwajg. Sie war verheiratet mit Szlomo, Hausfrau und Mutter von fünf Kindern. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Radom und in Warschau (Mirowska 7 (2. Stock)), Polen. Während des Krieges war sie in Warschau (Krochmalna 14 (und evtl. Mirowska 13 beim Großvater Pinchas Papirblat), Polen. Selda starb am 02.08.1941 in Jablonow an Erschöpfung/Entkräftung.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=754631&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=10921692&ind=1;
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=5628660&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Vgl. auch: https://www.geni.com/people/Zelda-Papierblat/6000000023489714139 (Unter diesem Link finden sich auch andere Familienmitglieder.)
Papirblat, Sima, geb. Goldfarb Seite 9, 529, 532
die Frau von Mordechai Papirblat (Hochzeit 1954). Sie wurde 1930 geboren und starb 2012. Shlomo und Zvi sind deren Söhne.
Papirblat, Symcha Seite 60, 88
Mordechais Onkel aus Warschau, d.h. der jüngste Bruder seines Vaters und der jüngere Bruder seiner Tante Rajca W. aus Jablonow. Er wurde in Polen geboren und war der Sohn von Pinchas und Tzipa. Symcha war Schneider. Vor und während des Zweiten Weltkrieges lebte er in Warschau, Polen. Er starb zu Beginn des Krieges (Ende 1939) mit ca. 40 Jahren im Ghetto Warschau an Typhus.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1129451&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Papirblat, Szlomo Seite 23-28, 31f., 34, 42f., 47, 54f., 57, 59f., 62-65, 67-69, 72, 74, 77f., 80, 84, 87-90, 93-95, 104, 106, 386, 433, 455, 459, 470, 515, 531
Mordechais Vater.
Shlomo Papierblat wurde 1893/94 in Zwolen, Polen geboren. Er war der Sohn von Pinchas und Tzipa/Cypa. Er war Schuhfabrikant (Kaufmann/Händler: Produktion von Damenschuhmodellen). Szlomo war mit Selda, geb. Huberman, verheiratet. Das Paar bekam fünf Kinder (Mordechai, Chaim Leibisch, Chaja Riwa, Awraham Jizchak und Zipa Scheindl). Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Radom und in Warschau, Polen (Wohnort in Warschau: Mirowska 7; Adresse seiner Arbeitsstelle: Krochmalna 17). Szlomo starb 1941 im Ghetto Warschau an Hunger und Entkräftung.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=770190&ind=2
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=5628661&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Papirblat, Zipa/Tsipa Scheindl Seite 32, 43, 47, 67, 70, 78, 80, 84, 88, 97, 104, 531
kleine Schwester von Mordechai Papirblat und das Nesthäkchen. Sie gehörte zu den „kleinen Geschwistern“. Zipa Scheindl wurde im Dezember 1936 in Warschau geboren. Sie war die Tochter von Szlomo und Selda, geb. Huberman. Vor und während des Krieges lebte sie in Warschau, Polen. Dort musste sie die Mutter in einem Kinderheim/Waisenhaus zurücklassen. Zipas Spuren verlieren sich 1940/41 im Ghetto Warschau. Sie wurde ca. fünf Jahre alt.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=10921696&ind=1;
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=8900070&ind=3;
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1896096&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=975870&ind=2
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Paul Seite 417
ein Blockältester und „blinder Max“ genannt.
Pessach, Jamnik Seite 444f
gebürtiger Pole und Begleiter von Mordechai Papirblat.
Pfütze, Bruno Seite 320
(geb. 09.07.1912 in Nerchau b. Leipzig; gest. 17./18.06.1945 in Oslo) Er war Führer des Außenlagers Neu-Dachs. Bruno Pfütze wird im Buch mit Alfred Fischer verwechselt. Im Januar 1933 trat er der SS (Mitgliedsnummer 81491) und am 01.04.1933 der NSDAP (Mitgliedsnummer 1737180) bei. Ab 1938 war er Angehöriger der SS-Totenkopfverbände und ab 1940 bei den Polizeiverbänden im Generalgouvernement eingesetzt. Ende 1940 wurde Pfütze in das KZ Auschwitz versetzt, wo er zunächst stellvertretender Rapportführer im Stammlager war. In dieser Funktion erschoss er Häftlinge an der „Schwarzen Wand“. Hierfür gab es als Sonderverpflegung Schnaps und Zigaretten. Ende Februar bis März 1943 war er Lagerführer im „Zigeunerlager Auschwitz“ des KZ Auschwitz-Birkenau. Danach erhielt er eine Ausbildung zum SS-Führer und wurde anschließend wieder im KZ Auschwitz eingesetzt. Pfütze wurde Lagerführer im SS-Arbeitslager Neu-Dachs und zusätzlich ab Mai 1944 Kompanieführer der 4. und 5. SS-Wachkompanie des KZ Auschwitz-Monowitz, die zur Bewachung mehrerer KZ-Außenlager eingesetzt waren. Am 09.11.1944 erfolgte die Beförderung von Pfütze zum SS-Obersturmführer. Nachdem im Januar 1945 das KZ Auschwitz evakuiert wurde, folgte im März 1945 die Versetzung von Pfütze als Befehlshaber des SS-Wachbataillons ins KZ Mysen in Grini bei Oslo. Dort verstarb er vermutlich bei Kampfhandlungen.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 314; Protokolle Neu-Dachs, 22f., 26f., 30f., 43-45, 47, 76-79, 107f., 111, 116, 119, 124-127, 129, 134-137, 146, 152, 170, 172, 177-180, 183f., 189, 197, 232, 248, 258f., 261, 270, 277, 301, 382, 415, 480, 501f.;
https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Pfütze;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/urteilsbegruendung-vom-29-juli-1981/das-konzentrationslager-jaworzno.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/kommandanturbefehl/kommandanturbefehl-nr-11-44.html;
http://auschwitz.org/en/history/auschwitz-sub-camps/neu-dachs/

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Die Verwaltung des Lagers Jaworzno oblag der sogenannten Lagerkommandantur, an deren Spitze der Lagerführer stand. Diese Funktion hatte in Jaworzno während der gesamten Zeit des Bestehens des Lagers der SS-Angehörige Bruno Pfütze inne, der vorher im Hauptlager Auschwitz als Rapportführer eingesetzt war. Bei Beginn seiner Tätigkeit in Jaworzno hatte er den Rang eines SS-Untersturmführers inne, mit Wirkung vom 9.11.1944 wurde er zum SS-Obersturmführer befördert.“ (S. 22; vgl. auch: 107, 277);
„Im Zivilberuf war er Tüncher und Lackierer gewesen. Er hatte ein Büro in der am Lagertor stehenden Blockführerstube. Zusammen mit seiner Familie wohnte er in einem Haus in der Stadt Jaworzno, zuvor hatte er in einem Zimmer auf dem Gelände der Dachsgrube gewohnt. Zur Ausübung seines Dienstes stand ihm ein Motorrad zur Verfügung. Außerdem besaß Pfütze in Jaworzno zunächst ein, dann zwei Pferde, die er ritt und auch als Zugpferde für eine Kutsche benutzte. Der Stall für diese Pferde befand sich in der Nähe der Blockführerstube außerhalb des eigentlichen Lagers.“ (S. 22; vgl. auch: 107); „Der derzeitige Aufenthalt von Pfütze konnte nicht ermittelt werden, er soll 1945 in Norwegen verstorben sein.“ (S. 22; vgl. auch: 108); „Vom Sommer 1943 bis Frühjahr 1944 war ein wahrscheinlich aus Kroatien stammender SS-Mann als Blockführer und Kommandoführer in Jaworzno eingesetzt, der entweder Bischof oder Miller hieß. Dieser erschoß ein Dienstmädchen des Lagerführers Pfütze, worauf er verhaftet und aus Jaworzno weggebracht wurde.“ (S. 26; vgl. auch: 77, 111);
„In der Folgezeit übernahm der Lagerführer Pfütze zusätzlich zu dieser Funktion auch die Führung der Wachkompanie.“ (S. 30; vgl. auch: 119); „Lagerführer Pfütze hielt eine Rede, in der er den um den Galgen angetretenen Häftlingen empfahl, nicht dem Beispiel dieser 26 Häftlinge zu folgen und keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Noch während der Rede des Lagerführers riefen einige der bereits mit den Schlingen um den Hals auf den Tischen stehenden zu Tode verurteilten Häftlinge Parolen wie: Es lebe die Tschechoslowakei! Es lebe Polen! Tod dem Verräter!´ Daraufhin gab der Lagerführer Pfütze den Blockältesten und Kapos, die zu diesem Zweck ausgesucht waren und schon hinter den Tischen standen, den Befehl, die Tische, auf denen die Häftlinge standen, umzustoßen. Dies geschah auch. Nach einiger Zeit durften die Häftlinge wieder in ihre Blocks zurückkehren. Der Zeuge Dr. Heller als Häftlingsarzt erhielt von dem Angeklagten Olejak dann den Befehl, den Tod der erhängten Häftlinge festzustellen. Am späten Abend waren die Leichen dann von anderen Häftlingen von den Galgen abgenommen und mit einem Auto aus dem Lager Jaworzno abtransportiert.“ (S. 44f.);
„Auch der Zeuge Dr. Novy hat sich in dem bereits mehrfach erwähnten Buch ‚Rückkehr unerwünscht‘ ausführlich mit der Person des Lagerführers Bruno Pfütze befaßt. Er beschreibt ihn als ehemaligen Lackierer, der zum Zeitpunkt seiner Tätigkeit als Lagerführer in Jaworzno wie ein Fürst gelebt habe. Er sei Offizier im Range eines Obersturmführers gewesen, habe in Jaworzno eine schöne Villa mit Garten gehabt, wo Häftlinge unentgeltlich für ihn gearbeitet hätten.“ (S. 108); „Am 6.12.1943 sei von dem Lagerkommando der Zimmerer und Schreiner aus Pfählen und Balken ein Galgen gebaut worden. Am Nachmittag dieses Tages hätten sich alle Lagerinsassen um diesen Galgen versammeln müssen. Mit LKW's seien 26 Häftlinge, die Hände mit Draht am Rücken gefesselt, in das Lager gebracht worden. In Anwesenheit des Auschwitzer SS-Hauptsturmführers Schwarz und aller SS-Leute aus dem Lager Jaworzno habe der Lagerführer Pfütze an die Häftlinge eine Rede gehalten. Während dieser Rede seien von einem Teil der zum Tode verurteilten Häftlinge Parolen gerufen worden, worauf der Lagerführer Pfütze den Befehl zum Erhängen gegeben habe. Die Hinrichtung der Häftlinge sei von Kapos und Blockältesten vollzogen worden. Einer der dazu bestimmten, der deutsche Häftling Karl Mattner habe es abgelehnt, sich an der Hinrichtung zu beteiligen. Da es sich um einen deutschen Häftling gehandelt habe, habe diese Weigerung für ihn außer Ohrfeigen durch SS-Leute keine weiteren Folgen gehabt. Jeder der Häftlinge, die die Hängung durchgeführt hätten, habe zur Belohnung einen Laib Brot, einen halben Kilowürfel Margarine und ein großes Stück Salami erhalten. Nach Durchführung der Exekution hätten die Häftlinge des Blockes Nr. 8 zwei Stunden in der Hocke bleiben müssen zur Strafe dafür, daß aus der Reihe der zuschauenden Häftlinge Parolen gerufen worden seien.“ (S. 124f.);
„Lediglich der Lagerführer Pfütze soll nach den Aussagen mehrerer Zeugen zeitweilig bei der Evakuierung ein Motorrad benutzt haben.“ (S. 480);
Quakernack, Walter Seite 289
(geb. 09.07.1907 in Senne bei Bielefeld; gest. 11.10.1946 in Hameln) Er war ein deutscher SS-Oberscharführer, dem die Tänzerin Franciszka Mann bei dem Aufstand am 23.11.1943 (siehe unter Mann, Franciszka) die Pistole entwendete. Als Mitglied der SS (Nr. 125266) war er ab Juni 1940 Angehöriger der Lagermannschaft des KZ Auschwitz. Er fungierte dort als Referent in der Politischen Abteilung (Lager-Gestapo), dann im Aufnahme- und Entlassungsbüro und leitete danach das Lagerstandesamt. Zudem war er Leiter der Krematoriumsverwaltung des Stammlagers. Im September 1941 soll er an der Vergasung 600 sowjetischer Kriegsgefangener und 250 kranker Polen teilgenommen haben. Zudem erschoss er Häftlinge an der „Schwarzen Wand“ und im „Alten Krematorium“. Hierzu Häftling Feinsilber: „Ich hörte die Schreie von Kindern, und Quakernack antwortete: ‚Mehr kommen von Unseren an der Front um.‘“ (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 326)
Am 01.09.1942 erfolgte seine Beförderung vom Unter- zum Oberscharführer und am 15.09.1943 bekam er das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern verliehen. Ab April 1944 war Quakernack Leiter des Nebenlagers Laurahütte des KZ Auschwitz III Monowitz. Dieses Lager, eine Gießerei und Berghütte der Königs- und Bismarckhütte AG und ein Lager zur Produktion von Küsten-Abwehrgeschützen, wurde im Januar 1945 im Zuge der Evakuierung des KZ Auschwitz geräumt. Die Häftlinge wurden dann in das Außenlager des KZ Neuengamme Hannover-Mühlenberg überführt. Dort mussten sie unter dem Lagerleiter Quakernack bei der Hannoverschen Motoren AG (Hanomag) für die Rheinmetall-Borsig AG Flakgeschütze produzieren. Nachdem dieses Lager am 06.04.1945 geräumt worden war, gelangten die Häftlinge unter Quakernack nach einem „Todesmarsch“ am 08.04.1945 in das KZ Bergen-Belsen. Das Kommando über den Todesmarsch aus Mühlenberg hatte Quakernack. Als Anwohner bei Winsen versuchten, die Gefangenen mit Wasser zu versorgen, verhinderte Quakernack dies, so Henry Korman, der Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte. Er verstarb am 22.11.2018 im Alter von 98 Jahren. Das KZ Bergen-Belsen wurde schließlich am 15.04.1945 befreit. Vom britischen Militärgerichtshof wurde Walter Quakernack im zweiten Bergen-Belsen-Prozess am 30.05.1946 in Celle wegen seiner Taten im KZ Bergen-Belsen und Auschwitz zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte am 11.10.1946 im Gefängnis Hameln durch den Henker Albert Pierrepoint.
Vgl.: Klee, Personenlexikon, 474; Klee, Auschwitz, 326; https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Quakernack;
https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Wer-nicht-weiterkonnte-wurde-gnadenlos-erschossen;
https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Hannover-Holocaust-Ueberlebender-Henry-Korman-mit-98-Jahren-gestorben;
https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/geschichte/kz-aussenlager/aussenlagerliste/hannover-muehlenberg-hanomaglinden/;
http://auschwitz.org/en/history/auschwitz-sub-camps/laurahtte/;
https://www.auschwitz.info/de/aktuelles/archiv/artikel/lesen/23-oktober-1943-auschwitz-birkenau-krematorium-iii-199.html
Rapp Seite 102
eine Familie aus Jablonow.
Rommel, Juliusz/Julius Karl Wilhelm Josef Freiherr von Rommel Seite 33
(geb. 03.06.1881 in Grodno; gest. 08.09.1967 in Warschau) Er war ein polnischer General und Befehlshaber der Armia Łódź und später der Armia Warszawa beim Überfall auf Polen. Seine Rolle im Zweiten Weltkrieg ist umstritten. Als die Deutschen Polen überfielen, war er Oberbefehlshaber der Armia Lodz an der Warthe. In der zweiten Septemberhälfte hatte er mit General Kutrzeba die Verteidigung von Warschau inne und hielt die südliche Front gegenüber der deutschen 8. Armee unter General Blaskowitz. Bevor Warschau kapitulierte, befahl er, die vordringenden sowjetischen Einheiten nicht als Feinde anzusehen. Nach der von ihm unterschriebenen Kapitulation von Warschau ging er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Polen zurück und trat der polnischen Volksarmee bei. Für seine Verdienste im Krieg wurde er mit mehreren Orden ausgezeichnet.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Juliusz_Rómmel
Schillinger, Josef Seite 277, 288-290
(geb. 21.01.1908 in Oberrimsingen; gest. 23.10.1943 in Auschwitz) Josef Schillinger, von Beruf Böttcher, war ein SS-Oberscharführer, der für seine Abscheulichkeiten berüchtigt war. Nach dem Auschwitzüberlebenden Wiesław Kielar, der fünf Jahre in Auschwitz inhaftiert war, galt Schillinger als „einer der am meisten verhaßten und grausamsten SS-Männer“. (Zitiert nach Klee, Auschwitz, 352). „Ein untersetzter, breitschultriger Mann mit einem Affengesicht, ein verkommenes Subjekt, ein Schrecken der Häftlinge“ war er, schreibt Kielar zudem über Schillinger. (Zitiert nach dem Link: taz.de). Und der Auschwitzüberlebende Tadeusz Borowski, der sich 1951 selbst tötete, schreibt über Schillinger: „Der Hieb seiner Hand war wuchtig wie ein Knüppel, spielend zerschlug er einen Kiefer, und wo er hinschlug, floss Blut.“ (Zitiert nach dem Link: taz.de). Sein Name sei oft in einem Atemzug mit jenen Auschwitz-Mördern genannt worden, „die sich damit brüsteten, höchstpersönlich mit der Faust, dem Knüppel oder der Waffe Zigtausende von Menschen umgebracht zu haben.“ (Zitiert nach dem Link: taz.de). Seit Anfang September 1939 ist er Mitglied der SS gewesen (SS-Nr. 47468). Nach Errichtung des KZ Auschwitz-Birkenau war Schillinger dort als Rapportführer im Männerlager eingesetzt und ab Ende Oktober 1942 für mehrere Wochen Kommandoführer des Außenkommandos Chełmek des KZ Auschwitz. Dort mussten KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Schlick und Morast einen Teich ausheben, der als Wasserspeicher dienen sollte. Schließlich war Schillinger Küchenchef und Rapportführer im Männerlager des KZ Auschwitz-Birkenau. Er kam auf dem Weg ins Krankenhaus infolge von Schussverletzungen, die er bei einem Aufstand am 23. Oktober 1943 erlitten hatte, ums Leben (siehe unter Mann, Franciszka). Schillinger wurde eine Woche später mit viel Getöse, Salut und aufschlagenden Stiefeln der SS im südbadischen Dorf beerdigt. Nach Kriegsende bekam Schillinger ein Grab auf dem Ehrenfeld der gefallenen Soldaten des Friedhofs in Oberrimsingen. Erst als der Hobbyhistoriker Andreas Meckel im Jahr 2003 öffentlich machte, wer Schillinger war, wurde das Grab entfernt. Sein Name wurde dann auch aus dem Kriegerdenkmal, das neben der Kirche steht, gefräst.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 352; https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Schillinger;
https://de.wikipedia.org/wiki/Franciszka_Mann;
https://www.auschwitz.info/de/aktuelles/archiv/artikel/lesen/23-oktober-1943-auschwitz-birkenau-krematorium-iii-199.html;
https://taz.de/!497058/

Zu Tadeusz Borowski: (siehe unter Mann, Franciszka).
Zu Wiesław Kielar: (siehe unter Mann, Franciszka).
Schulz Seite 343
ein polnischer Häftling aus Kolo, der auch im EVO-Kommando von Kapo Hans arbeitete und mit Mordechai Papirblat befreundet war. Vor dem Krieg war er Inhaber eines Busbetriebs auf der Strecke von Kolo nach Warschau und hatte zu den wohlhabenden Juden seiner Stadt gehört. Danach verrichtete er Gelegenheitsarbeiten.
Sergej, Iwan, Aljoscha und Wanja Seite 169
Sieber Seite 346
evtl. ein Arbeitsführer/Blockführer, evtl. Gerhard Sieber (geb. 16.07.1921 in Ober-Heldrungen; Verbleib unbekannt). Am 04.12.1941 wurde er vom SS-Totenkopf-Sturmbann zum Kommandanturstab, Abteilung III -Schutzhaftlager – kommandiert.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 377.
Sigi Seite 308, 337
evtl. Oberkapo Sigmund Kittel.
Vgl.: Protokolle Neu-Dachs, 177.
Sowerszczina, Stanislav Seite 390
siehe unter Ludwig Vesely.
Stefan
siehe unter Kapo Stefan
Stefan Seite 138f
aus Garbatka und ein alter Freund von Jehuda Flamenbojm. Er war Häftling mit einer Nummer auf der Brust und einem roten Dreieck mit einem „P“ in der Mitte, der Namen der Häftlinge verlas und auf Zetteln die jeweilige Häftlingsnummer als Ersatz für die Namen verteilte.
Stark, Chaim Seite 328, 331f., 335
aus Lodz. Er war im Alter von Mordechai Papirblat und mit ihm gut befreundet.
Steg Seite 324
Oberkapo
Surale Seite 34
Mordechais Verwandte in der Przyokopowa-Straße 51 in Warschau.
Szlomowicz, Pinchas Seite 391
Blockältester von Block 4, der aus Lodz stammte und Sohn eines Schächters war.
Theo Seite 402
eigentlich Theo Psikon, polnischer Häftling und ein Lagerschreiber/Arbeitsdienstschreiber. Einer seiner Gehilfen war der tschechische Häftling Dr. Milos Novy, der damals mit Familienname Gruenhut hieß. Zu Beginn des Lagers hatte diese Funktion Antoni Sicinski und ab Juli 1943 Raimund Zejer inne, beides polnische politische Häftlinge. Nach der Übernahme des Amtes durch Zejer war Sicinski bis zum 11.4.1944 als Gehilfe des Rapportschreibers Zejer tätig.
Vgl.: Protokolle Neu-Dachs, 29, 34, 93, 117;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/urteilsbegruendung-vom-29-juli-1981/das-konzentrationslager-jaworzno.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/urteilsbegruendung-vom-29-juli-1981/das-lager-j.html

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Der Arbeitsdienstschreiber hatte in erster Linie die Aufgabe, die Häftlinge den einzelnen Arbeitskommandos zuzuteilen. Diese Funktion hatte während der gesamten Zeit des Bestehens des Lagers der polnische Häftling Theo Piskon inne, der im Januar 1945 bei der Evakuierung des Lagers ums Leben gekommen ist. Einer seiner Gehilfen war der tschechische Häftling Dr. Milos Novy, der damals mit Familienname Gruenhut hieß. Bei dem Rapportschreiber des Lagers liefen die gesamten Meldungen über den Häftlingsstand in den einzelnen Blocks und im Gesamtlager zusammen und er war für die Führung der verschiedenen Häftlingskarteien im Lager verantwortlich.“ (S. 29); „Die Zeugen Zejer, Smigielski und Sicinski haben übereinstimmend bekundet, daß die Funktion des Arbeitsdienstschreibers der polnische Häftling Theo Piskon inne gehabt habe. Seine Aufgabe sei es gewesen, die Häftlinge zu den einzelnen Arbeitskommandos zuzuteilen. Der Zeuge Zejer hat weiter ausgesagt, ein Häftling namens Gruenhut sei Gehilfe des Arbeitsdienstschreibers Piskon gewesen.“ (S. 117)
Tschechi Seite 146
ein Vorarbeiter.
Vesely, Ludwig Seite 390
(geb. 05.07.1919 in Wien; gest. 30.12.1944 im KZ Auschwitz) Ein Jude, der von Beruf aus Feinmechaniker war. Er ist mit zwei Kapos und drei polnischen Christen (politische Häftlinge: Piotr Pionti, Stanislav Sowerszczina und Czyszek Dosel) aus Gleiwitz geflohen, die aber gefasst wurden und den Fluchtversuch nicht lebend überstanden. Er wurde Vickerl Vesely genannt und war ein österreichischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, wie auch ein Kommunist. Seit 1932 ist er Mitglied der sozialdemokratischen Roten Falken und seit Sommer 1934 des Kommunistischen Jugendverbands gewesen. Am 15.11.1938 wurde er in Wien von der Gestapo festgenommen und am 28.08.1941 vom Oberlandesgericht Wien wegen kommunistischer Betätigung zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Vesely wurde zunächst in das KZ Dachau eingeliefert und nach Haftaufenthalten im Wiener Landesgericht, der Strafanstalt Stein an der Donau und im Polizeigefangenenhaus Rossauer Lände am 02.06.1942 in das Stammlager des KZ Auschwitz deportiert (Häftlingsnummer 38169). Vesely war ein Funktionshäftling und gehörte zunächst der 1942 entstandenen österreichischen Widerstandsgruppe im Stammlager an. Weitere Mitglieder der Widerstandsgruppe waren Alfred Klahr, Hermann Langbein, Ludwig Soswinski, Ernst Burger und Rudolf Friemel. Im Mai 1943 entstand aus der österreichischen Widerstandsgruppe und dem polnischen Lagerwiderstand die Kampfgruppe Auschwitz. Am 30.12.1944 wurde Vesely gemeinsam mit Ernst Burger und Rudolf Friemel sowie zwei polnischen Häftlingen auf dem Appellplatz des Stammlagers von Auschwitz vor den angetretenen 15 000 Häftlingen gehängt. In Wien erinnert heute eine Gedenktafel an ihn.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Vesely_(Widerstandskämpfer);
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Gedenktafel_Ludwig_Vesely
Vogel, Alfred Seite 321, 342, 360f
Häftlingsfunktionär und ein Jude aus Frankreich. Er war Blockältester von Block 6, der bei der Erhängung der 26 Häftlinge am 06.12.1943 gedolmetscht hatte. Auch sonst fungierte er als Dolmetscher der SS, da er mehrere Sprachen beherrschte.
Wajngarten, Joel Seite 88
der Sohn von Szmuel Elijahu und Rajca Waingarten.
Wajngarten, Luzer (auch Eleazar genannt) Seite 87
der Bruder von Mordechais Onkel Szmuel Elijahu Waingarten. Er wurde in Polen geboren, war Landwirt und Witwer in Jablonow. Luzer wurde in der Schoah ermordet. Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1128699&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihm.)
Wajngarten, Rajca Seite 57, 79, 83, 88, 97f., 103f., 106f., 110, 116
die Tante von Mordechai Papirblat, d.h. die Schwester seines Vaters, die mit ihrem Mann (Szmuel Elijahu) in Jablonow wohnte und drei Kinder hatte. Rajca Wajngarten, geb. Papirblat, wurde in Polen geboren. Sie war die Tochter von Pinchas und Tzipa/Cypa. Sie war Landwirtin. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Jablonow, Polen. Während des Krieges war sie in Garbatka, Polen. Rajca wurde in der Schoah ermordet.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1129455&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Wajngarten, Scheindele Seite 117
Tochter von Szmuel Elijahu und Rajca Wajngarten, also Mordechais Cousine, ein pfiffiges Mädchen, das nach dem Tod ihres Vaters (Szmuel Elijahu W.) seine Rolle übernahm. Sie versuchte ihrem Cousin Mordechai Papirblat Arbeit zu besorgen. Sie wurde in Polen geboren und war die Tochter von Szmuel und Rajca. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in Jablonow, Polen. Während des Krieges war sie in Garbatka, Polen. Scheindele wurde Opfer der Schoah und nur ca. 10 Jahre alt.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1112561&ind=1
(Hier findet man auch ein Dokument zu ihr.)
Wajngarten, Szmuel Elijahu Seite 57, 87-89, 94, 97, 99, 105, 112, 114
aus Jablonow, der Onkel von Mordechai Papirblat und der Mann von Rajca Wajngarten. Szmuel Eli Weingarten wurde in Polen geboren. Er war Landwirt und Gamaschenmacher. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Jablonow, Polen. Während des Krieges war er in Jablonow, Polen. Er starb im Januar 1942 im Ghetto-Krankenhaus und wurde ca. 45 Jahre alt.
Siehe Yad Vashem - Vgl. dazu:
https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1077948&ind=1
Walter Seite 362-364
der Leiter der Fabrik „Walters Inspektion“.
Warwel, Elieser Seite 377
der mit Salmen Gradowski in Neu-Dachs am 07.10.1944 einen Aufstand anzettelte.
Weisz Seite 382
zwei Brüder, von denen der eine Kapo und der andere Stubenältester war.
Wlassow, Andrei Andrejewitsch Seite 501
(geb. 14.09.1901 in Lomakino, Gouvernement Nischni Nowgorod; gest. 01.08.1946 in Moskau) Er war der ranghöchste Offizier der Roten Armee, der zu Hitler überlief. Seine politischen Ziele veröffentlichte Wlassow im sogenannten Prager Manifest vom 14.11.1944: u.a. Sturz des Bolschewismus, aber keine Rückkehr zum Zarentum, Schutz des Einzelnen vor der Willkür und des durch eigene Arbeit erworbenen Privateigentums. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er zunächst auf sowjetischer Seite gegen die Deutschen und stand bei Beginn der Operation Barbarossa im Bereich der 6. Armee im Raum nördlich von Lemberg. Für Tapferkeit und Geschicklichkeit wurde er zum Kommandanten der 37. Armee in Kiew berufen. Als Kommandant des IV. Mechanisierten Korps führte er Ende Juni 1941 in der Panzerschlacht bei Dubno aus dem Raum Brody und im Juli bei Berdytschiw verlustreiche Gegenangriffe durch. Er befehligte im September 1941 die 37. Armee bei der Verteidigung von Kiew gegenüber der deutschen 6. Armee und erkämpfte sich noch rechtzeitig den Ausbruch aus dem Kessel. Er erhielt während der Schlacht um Moskau den Befehl über die 20. Armee bei der Westfront und eroberte nach dem Beginn der sowjetischen Gegenoffensive im Januar 1942 die Stadt Solnetschnogorsk zurück. Im April 1942 löste er General N.K. Klykow als Oberbefehlshaber der 2. Stoßarmee ab und an der Wolchow-Front um die Befreiung Leningrads (Wolchow-Schlacht). Der 2. Stoßarmee gelang es, weiter als die anderen Armeen vorzustoßen. Doch im Frühjahr 1942 wurde seine Truppe am Nordabschnitt der Ostfront von der Wehrmacht eingekesselt. Die Stawka, Stalins Hauptquartier in Moskau, genehmigte Wlassow erst viel zu spät den Ausbruch, der nur etwa 15 000 seiner Soldaten gelang; fünfmal so viele fielen oder gingen Ende Juni 1942 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Auch Wlassow selbst fiel am 12.07.1942 der Wehrmacht in die Hände. Desillusioniert von den Befehlen der Stawka, stellte er sich gegen Stalin und bot an, aus gefangenen Rotarmisten eine antibolschewistische Armee aufzubauen, die an der Seite der Wehrmacht kämpfen sollte. Der Reichsführer SS und Oberbefehlshaber des Ersatzheeres Heinrich Himmler überzeugte den zunächst zögerlichen Adolf Hitler davon. Wlassow verbündete sich mit Hitlers Wehrmacht und baute mit ihrer Hilfe die Russische Befreiungsarmee auf. Am 10.02.1945 übernahm er in Münsingen auf der Schwäbischen Alb den Oberbefehl über die neue Armee. Am 11.04.1945, unmittelbar vor der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, beschoss die bei Buchenwald stationierte Wlassow-Armee noch das Lager, und marschierte nach Bayern ab. Kurz darauf (Mai 1945) brach Wlassow jedoch das Bündnis mit den Deutschen, indem er es zuließ, dass sich seine 1. Division vorübergehend den Aufständischen in Prag anschloss. Diese Truppe ergab sich nach der endgültigen Befreiung Prags von der deutschen Besatzung durch die Rote Armee den amerikanischen Truppen. Wlassow wurde letztendlich am 01.08.1946 in Moskau gehängt. Aus Sicht der Sowjetunion war Wlassow ein Verräter, doch wird seine historische Rolle im heutigen Russland von einigen wenigen Historikern auch positiver gesehen. In ihren Augen war er der Exponent einer in der UdSSR weit verbreiteten, wegen des blutigen Staatsterrors jedoch nicht organisierten Opposition zu Stalin, die keine andere Möglichkeit als die Kollaboration mit dessen Feinden sah. Da in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges ein Teil der Verbände erneut die Seiten wechselte und den Prager Aufstand gegen die deutschen Besatzer unterstützte, hat der Prager Stadtteil Řeporyje 2019 beschlossen, für diese russischen Soldaten ein Denkmal zu bauen. Dagegen protestierte Moskau jedoch heftig.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Andrejewitsch_Wlassow (hier finden sich auch weiterführende Literaturempfehlungen und ein Filmhinweis);
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article203881992/Andrej-Wlassow-Der-sowjetische-General-der-fuer-Hitler-kaempfte.html;
https://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/umstrittenes-denkmal-fuer-die-wlassow-armee;
https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Befreiungsarmee
Zechler, Eddi Seite 366, 402, 417
ein Häftling aus Belgien und der Bruder von Leon Zechler. Er arbeitete wie sein Bruder in der SS-Kommandantur und führte mit Kafka die Liste der Arbeiter.
Zechler, Leon Seite 366, 402, 417
ein Häftling aus Belgien und der Bruder von Eddi Zechler. Er war „persönlicher Diener von Emil Ziech“.
Ziech, Emil Seite 365-368, 370f., 380, 384-388, 394f., 402f., 437-439
laut diesem Buch ein SS-Kommandant und ein „Volksdeutscher“, der im Elektrizitätswerk in Jaworzno für die Häftlinge verantwortlich gewesen war; in anderen Quellen über Neu-Dachs findet man jedoch keinen Kommandanten mit dem Namen Emil Ziech. Stattdessen könnte SS-Unterscharführer Otto Hablesreiter (1905-1959) gemeint sein, der von April bis November 1944 Rapportführer und anschließend Kommandoführer am Kraftwerk war oder SS-Oberscharführer Erich Grauel (1919-1945), der ab November 1944 als Rapport- und Arbeitsdienstführer in Neu-Dachs war oder evtl. Lagerführer Bruno Pfütze.

Zu Grauel, Erich: (geb. 14.11.1919 in Sandersleben, Kreis Bernburg; gest. 18.02.1945 bei Wroclaw-Zlotniki (Breslau-Goldschmieden (gefallen)) Er war mit Wilk Maria, geb. Machalitza (geb. 08.09.1918 gest. 18.06.2017) verheiratet und von Beruf Schäfer(-gehilfe). Ab 15.03.1940 war Erich Grauel Mitglied der Bewaffneten Verbände der SS und wurde am 30.01.1941 zum SS-Sturmmann befördert. Am 04.12.1941 wurde er vom SS-Totenkopf-Sturmbann zum Kommandanturstab (Abteilung III) - Schutzhaftlager – kommandiert (vgl. Kommandanturbefehl Nr. 33/41). Grauel war Führer von Arbeitskommandos im Männerlager Birkenau. Am 20.04.1942 folgte seine Beförderung zum SS-Rottenführer, am 21.08.1943 die zum SS-Unterscharführer und am 03.08.1944 die zum SS-Oberscharführer.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 149; Protokolle Neu-Dachs, 23, 47, 77f., 172-175, 186-191, 196, 323f.;
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer-teil-2/1933-1945-biografien-seite-3-gom/grauel-erich.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/kommandanturbefehl/kommandanturbefehl-nr-33-41.html

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Nach Hablesreiter übernahm der SS-Unterscharführer Erich Grauel den Posten des Rapportführers, der Anfang November 1944 in das Lager Jaworzno versetzt worden ist. Grauel war von Zivilberuf Schäfer und gehörte im Jahr 1941 zusammen mit dem Angeklagten Pansegrau der Abteilung Landwirtschaft des Hauptlagers Auschwitz an. Zu einem späteren, nicht genau feststellbarem Zeitpunkt vor seiner Versetzung nach Jaworzno war Grauel Mitglied der Kommandantur des Konzentrationslagers Auschwitz II, also des Lagers Birkenau, und war als Arbeitsdienstführer eingesetzt. Er ist am 18.2.1945 in Goldschmieden bei Breslau gefallen.“ (S. 23; vgl. auch: 78, 173, 196, 323f.); „Als er jedoch von Auschwitz nach Jaworzno zurückgekehrt sei, sei ein anderer Rapportführer dagewesen, nämlich der SS-Mann Grauel. Dieser sei wahrscheinlich Unterscharführer und im gleichen Alter wie Olejak gewesen. Auch seine Größe habe der von Olejak entsprochen, allerdings sei er in den Schultern etwas breiter gewesen als Olejak.“ (S. 77);
„Die Zeugin Wilk hat hierbei ausgesagt, sie habe am 28.11.1942 ihren 1. Ehemann Erich Grauel geheiratet. Dieser sei damals in Auschwitz stationiert gewesen. Er habe ihr erzählt, er mache Dienst in der Abteilung Landwirtschaft dieses Lagers. Im Sommer 1943 oder 1944 sei er vom Rottenführer zum Unterscharführer befördert worden. Was er genau gemacht habe, wisse sie nicht, da er sehr schweigsam gewesen sei und ihr wenig von seinem Dienst und dem Lager erzählt habe. Es könne sein, daß er nach seinem Einsatz in der Landwirtschaft Arbeitsdienstführer gewesen sei, da er erzählt habe, er teile Häftlinge zur Arbeit ein.
Anfang November 1944 sei ihr Mann dann nach Jaworzno versetzt worden. Er habe am 14.11. Geburtstag gehabt und um diese Zeit herum sei die Versetzung erfolgt. Was er im Lager Jaworzno gemacht habe, wisse sie nicht. Vom Samstag, den 12.1.1945 bis Montag, den 14.1.1945 habe sie ihren Mann in Jaworzno besucht. Sie sei mit ihm auch bei dem Lager, wo er Dienst gemacht habe, gewesen. Damals sei sie hochschwanger gewesen. Sie wisse noch genau, daß sie über ein Wochenende bei ihm gewesen und am Montagmorgen wieder aus Jaworzno weggefahren sei. Dies sei das letzte Mal gewesen, wo sie ihren Mann gesehen habe. Sie selbst sei am folgenden Freitag, den 18.1.1945 geflüchtet. 2 Tage vorher, also am Mittwoch, den 16.1.1945, gegen 16.00 Uhr habe sie ihren Mann aus Jaworzno angerufen. Dabei habe er mitgeteilt, daß er an die Front müsse. Sie selbst solle mit ihren Eltern zu seinen Eltern nach Sandersleben fahren. Bei ihrem Besuch einige Tage vorher in Jaworzno habe er von einer bevorstehenden Versetzung noch nichts erwähnt. Mit einem Schreiben vom 19.3.1945 sei ihr dann mitgeteilt worden, daß Erich Grauel am 18.2.1945 bei Goldschmieden nordwestlich von Breslau gefallen sei. Die Kammer hat an der Richtigkeit der Aussage der Zeugin Wilk, die am Ausgang dieses Verfahrens kein erkennbares Interesse hat, keinen Zweifel. Allerdings täuscht sich die Zeugin insoweit, daß sie meint, der Montag sei der 14., der Mittwoch der 16. und der Freitag der 18.1.1945 gewesen. Tatsächlich war, wie sich aus dem schon erwähnten immerwährenden Kalender ergibt, der fragliche Montag bereits der 15.1.1945, sodaß sich auch das Datum für die folgenden Tage jeweils um eine Zahl nach oben verschiebt. Die Zeugin war sich jedoch sicher, daß sie bis Montagmorgen bei ihrem Mann in Jaworzno war, daß das Telefongespräch am Mittwochnachmittag und ihre eigene Flucht am Freitag war. Die Kammer geht deshalb aufgrund der Aussage der Zeugin Wilk davon aus, daß der Unterscharführer Erich Grauel von etwa Mitte November 1944 bis zum Mittwoch, den 17.1.1945. im Konzentrationslager Jaworzno stationiert war. In welcher Eigenschaft dies erfolgte, konnte die Zeugin nicht mitteilen.“ (S. 173-175);
„Die Kammer sieht deshalb in der Angabe des Zeugen Dr. Novy in seinem Buch aus dem Jahre 1949 in Verbindung mit der Aussage der Zeugin Maria Wilk den wichtigsten Anhaltspunkt für ihre Feststellung, daß von November 1944 bis zum Ende der Lagerzeit der SS.Unterscharführer Erich Grauel Rapportführer des Lagers Jaworzno war. In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, daß nach dem gesamten Ergebnis der Hauptverhandlung davon ausgegangen werden muß, daß es im Lager Jaworzno immer nur einen Rapportführer gegeben hat.“ (S. 190f.)

Zu Hablesreiter, Otto: (geb. 04.04.1905 in Neusorge; gest. 31.08.1959 in Wolfsburg) Er war Sudetendeutscher und ab dem 31.10.1940 Mitglied der bewaffneten Verbände der SS. Am 01.12.1941 wurde Hablesreiter zum SS-Sturmmann (vgl. Kommandanturbefehl Nr. 33/41) und am 01.02.1943 zum SS-Unterscharführer befördert. Im April 1943 bekam er das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern verliehen (vgl. Kommandanturbefehl Nr. 8/43), das auf eine Beteiligung an Tötungen schließen lässt. Ab April 1944 war Otto Hablesreiter nach seiner Zeit in Auschwitz Arbeitsdienstführer im Außenlager Neu-Dachs in Jaworzno (Steinkohlegrube). Von insgesamt 13 574 Häftlingen überlebten keine tausend.
Vgl.: Klee, Auschwitz, 158; Protokolle Neu-Dachs, 23, 26, 76, 110, 171f., 184f., 189, 192f., 255-258, 261, 265, 277, 285, 302, 313, 370;
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-h/hablesreiter-otto.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/kommandanturbefehl/kommandanturbefehl-nr-33-41.html;
http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/kommandanturbefehl/kommandanturbefehl-nr-8-43.html

Aussagen aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Die Funktion des Rapportführers hatte vom 15.6.1943 bis Ende März/Anfang April 1944 der Angeklagte Olejak inne. Nach der Versetzung des Angeklagten Olejak aus dem Lager Jaworzno übernahm zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt der SS-Mann Otto Hablesreiter dieses Amt, der zuvor als Blockführer und Kommandoführer eingesetzt war. Er war der älteste der im Lager selbst eingesetzten SS-Leute und von großer, kräftiger Gestalt. Von den Häftlingen hat er möglicherweise den Spitznamen ‚Rasputin‘ erhalten. Er ist zwischenzeitlich verstorben.“ (S. 23; vgl. auch: 285);
„Außer diesem als Blockführer aufgeführten SS-Leuten übte, wie bereits erwähnt, der SS-Mann Otto Hablesreiter zeitweise die Funktion eines Blockführers und Kommandoführers aus.“ (S. 26; vgl. auch: 76, 110);
„...Vor dem Tor, am Ausgang des Lagers, stand der Vorgänger Grauls, ehemaliger Rapportführer Otto Hablesreiter, zur Zeit letzter Kommandoführer am Kraftwerk, welcher jetzt sogar Zigaretten an Häftlinge verschenkte. ...“ (S. 184; vgl. auch: 185, 193);
„Zur Person des von Dr. Novy erwähnten SS-Mannes Otto Hablesreiter hat die Beweisaufnahme ergeben, daß dieser tatsächlich nach der Versetzung des Angeklagten Olejak im Frühjahr 1944 zumindest eine Zeitlang die Funktion des Rapportführers im Lager Jaworzno innegehabt hat. Hier ist insbesondere auf die Aussagen der Zeugen Raimund Zejer und Norbert Hirschkorn zu verweisen.“ (S. 184; vgl. auch: 185, 255f., 277, 285, 302);
„Zur Person des Hablesreiter hat der Zeuge Herstik ausgesagt, dieser sei ein großer, ca. 35 Jahre alter Mann gewesen, der mit langsamen Schritten gegangen sei.“ (S. 185);
„Zum Evakuierungsmarsch sagte der Zeuge Dr. Novy dabei aus, er erinnere sich, daß an dem Marsch der Lagerkommandant Bruno Pfütze und der Rapportführer Otto Hablesreiter teilgenommen hätten, welche die Marschkolonne geführt hätten.“ (S. 189)
Zurek, Kazik und Wielucha, wie auch Staszek und „Zigan“ („der Zigeuner“) Seite 314, 335, 527
aus Radom und „Kumpels“ von Mordechai Papirblat. Zurek wohnte später in der Wesola-Straße 39 in Radom.
Zu Kazik: Vgl.: Protokolle Neu-Dachs, 488.

Aussage aus den Protokollen Neu-Dachs:
„Von einem anderen SS-Mann habe er gehört, daß Pansegrau einen Häftling namens Kazik erschossen habe. Dieser Häftling Kazik sei beim Durchqueren einer Ortschaft, in der er gewohnt habe, aus der Kolonne gesprungen und nach Hause gelaufen. Zwei SS-Leute, darunter Pansegrau, seien ihm gefolgt und er selbst habe kurze Zeit später einen Schuß gehört. Das Schießen auf den Häftling selbst habe er nicht gesehen, da dies in einem Korridor erfolgt sei. Er habe dann von einem SS-Mann gehört, Pansegrau habe diesen Häftling erschossen.“ (S. 488)

Vollständige Angabe der gedruckten Quellen (gebrauchte Kurztitel kursiv in Klammer)
Klee, Ernst: Auschwitz. Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon, Frankfurt am Main 2013. (Klee, Auschwitz)
Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt am Main 2003. (Klee, Personenlexikon)
Szpilman, Władysław: Der Pianist. Mein wunderbares Überleben, München 2002. (Szpilman, Pianist)

Sonstige Quellenangaben, die nicht als Links oder gedruckte Quellen angegeben sind (gebrauchter Kurztitel kursiv in Klammer)
Protokolle Neu-Dachs: URL: http://www.willikomunal.eu/ (23.04.2020). (Protokolle Neu-Dachs) (Fehler, die mit der Übertragung in ein anderes Textformat in Verbindung stehen, wurden leicht korrigiert; z.B. Trennungs-, Grammatikfehler.)

Autor der Zusammenstellung: Katharina Hermann, 04.05.2020